Spurenelemente

Eine Übersicht der Spurenelemente finden Sie hier

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Kationen

Eisen

3d Illustration of Iron mineral Capsule dissolves in the stomach

Fakten zu Eisen

  • 67% des Eisens im Körper ist im Blut an Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) gebunden und spielt eine entscheidende Rolle beim Sauerstofftransport.
  • Der Körper nimmt nur etwa 10% der Eisenmenge aus Nahrungsmitteln auf.
  • Fleisch ist der beste Eisenlieferant für den Menschen.
  • Vitamin C steigert die Eisenaufnahme um das 3 bis 4fache.
  • 30% der Weltbevölkerung hat einen schweren Eisenmangel.
  • 50% der Menschen haben einen Eisenmangel ohne einer Anämie.
  • 100 Enzyme und Eiweiße im Körper benötigen Eisen.

Eisenmangel wird oft unterschätzt

Üblicherweise verbindet man einen Eisenmangel mit einer Blutarmut, genannt Anämie. In der Folge kommt es zu Müdigkeit und einer eingeschränkter Belastbarkeit. Allerdings kann ein Eisenmangel auch zu ernsthafteren weiteren Problemen führen. Es ist wichtig diese Probleme zu kennen, denn ein Eisenmangel kann leicht behoben werden. Es gibt auch die Möglichkeit eines Eisenmangels ohne Blutarmut, entscheidend sind die Serumeisenwerte. Menschen mit einer Schwäche des Herzmuskels haben in etwa 50 Prozent der Fälle auch einen Eisenmangel. Leider wird das selten beachtet und so wird eine wichtige und einfache Therapieoption bei der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) vergessen, was dramatische Folgen haben kann. Nach einer Studie von Prof. Anker aus Göttingen war die Sterblichkeit bei Patienten mit Herzschwäche und Eisenmangel deutlich höher als bei Patienten mit  Herzschwäche, aber ohne Eisenmangel. Auch Menschen mit einer chronisch, entzündlichen Darmerkrankung haben zu 40 – 90 Prozent einen Eisenmangel. Eine Korrektur dieses Mangels würde die Therapie erheblich vereinfachen und die Gesundung massiv beschleunigen.Krebspatienten leiden ebenfalls häufig an einem unerkannten Eisenmangel,  20 – 60 Prozent der Krebspatienten sind davon betroffen. Hierdurch wird jedoch die Wirkung einer Chemotherapie vermindert und das Allgemeinbefinden des Krebserkrankten ist deutlich schlechter. Auch hier ist eine Eisensubstitution sehr hilfreich. Die Bestimmung des Eisenmangels ist sehr einfach und wird in der Regel über die Messung des Serumeisens und des Eisentransporteiweißes Transferrin im Blut bestimmt.

Laborparameter für Eisen richtig verstehen

Der Normalwert für Eisen im Blutserum liegt bei 65-175 μg/dl. Ein sehr guter Maßstab für die Eisenversorgung im Organismus ist das Ferritin, welches aber nicht automatisch mitbestimmt wird. Der Ferritinwert gibt an, wie hoch die Eisenspeicher im Körper sind.  Er wird im Blutserum bestimmt und sollte bei Frauen zwischen 13-150 ng/ml und bei Männern zwischen 30 und 400 ng/ml liegen.

  • Ferritin < 15 µg/l: Die Eisenspeicher sind vollständig entleert
  • Ferritin 15-30 µg/l: Die Eisenspeicher sind leer oder knapp.
  • Ferritin 30-50 µg/l: Hierbei handelt es sich um eine Grauzone, bei der ein funktioneller Eisenmangel noch möglich ist. Eisenmangelsymptome sind möglich, auch wenn der Wert noch nicht ganz abgesunken ist.
  • Ferritin > 50 µg/l: Beim gesunden Menschen bestehen genügend Eisenreserven. Liegt jedoch eine Entzündung (z.B. erhöhtes CRP) oder eine Leberbelastung (erhöhte Leberwerte) vor, kann dennoch ein Eisenmangel bestehen. In diesem Fall sollte die Transferrin-Sättigung bestimmt werden.

Die Transferrinsättigung sollte zwischen 18 – 45 Prozent liegen. Eine Sättigung von unter 16 Prozent deutet auf einen Eisenmangel hin. Bei entzündlichen Erkrankungen wird häufig das Entzündungsprotein Hepcidin gebildet, das die Eisenaufnahme hemmt. Dies erklärt, warum Menschen mit chronischen und akuten Entzündungen häufig unter einem Eisenmangel leiden. Ein bestehender Eisenmangel verlangsamt die Heilung der Entzündung, so dass nahezu alle Menschen mit Entzündungen von einer Ergänzung mit  Eisenpräparaten profitieren.

Eisen effektiv ergänzen

Um Eisen effektiv einzusetzen müssen einige grundlegende Fakten an dieser Stelle genannt werden.Eisen ist nur in seiner zwei- und dreiwertigen Form für den Körper verwertbar. Alle anderen Oxidationsstufen spielen für den Menschen keine Rolle. Im menschlichen Körper gibt es eisenbindende Eiweiße, die das Spurenelement trotz seiner schlechten Löslichkeit bioverfügbar halten. Durch die Magensäure und Pepsin aus der Bauchspeicheldrüse werden 30 – 50 Prozent des mit der Nahrung zugeführten Eisens gelöst und anschließend im Dünndarm aufgenommen. Die Aufnahmerate liegt bei 2 – 20 Prozent, wobei das zweiwertige Eisen aus Fleisch besser vom Körper aufgenommen werden kann als das dreiwertige Eisen aus pflanzlicher Kost. Organische Säuren und Vitamin C fördern die Aufnahme von Eisen in den Körper. Wichtig zu wissen ist, dass die Aufnahmerate um den Faktor fünf ansteigen kann, wenn ein Eisenmangel vorliegt.

Bioverfügbarkeit bestimmter Nahrungsmittel

Eisen ist in vielen Nahrungsmittel vorhanden, doch die Bioverfügbarkeit ist dabei sehr unterschiedlich. Ein Paradebeispiel dafür ist der Spinat, der im Volksmund als sehr Eisenreich bezeichnet wird. Tatsache ist, dass in 100 g gekochten Spinat 2,9 mg Eisen enthalten ist, die Bioverfügbarkeit – dies bedeutet die Aufnahmefähigkeit durch den menschlichen Körper – jedoch sehr schlecht ist.In Fleisch und Wurstwaren ist die Eisenverfügbarkeit am höchsten, ebenso in Fisch und Meeresfrüchten. Strenge Vegetarier und Veganer haben hier einen deutlichen Nachteil. Daher sollten Frauen mit starker Monatsblutung, die sich rein vegan ernähren besonders auf ihren Eisenstatus achten.Die Eisenverfügbarkeit ist in Pilzen, Nüssen, Samen, Milchprodukten und Eiern besonders schlecht.

Eisen und seine vielfältigen Aufgaben im Körper

  • Eisen ist im Blut am Sauerstofftransport beteiligt
  • Eisen ist ein wichtiges Antioxidans, das die Oxidation von LDL-Cholesterin unterdrückt und so vor Gefäßverkalkung schützt.
  • Eisen ist an etlichen Entgiftungsprozessen beteiligt.
  • Eisen ist an der Bildung von Hormonen und Botenstoffen im Nervensystem beteiligt.
  • Eisen ist für die Regeneration von Knochen, Knorpel und Bindegewebe unerlässlich.
  • Eisengabe in der Schwangerschaft vermindert das Risiko von Fehl- und Frühgeburten.
  • Etliche Medikamente erhöhen den Eisenverbrauch, so dass bei langfristiger Medikamenteneinnahme auch eine Eisensubstitution sinnvoll ist.

Versorgungsituation

Obwohl man kaum etwas davon in den Medien liest oder hört, gehört der Eisenmangel mit zu den häufigsten Nährstoffmängeln. Betroffen sind vor allem Schwangere und Kleinkinder. Die moderne, schnelle Ernährung fördert einen Eisenmangel.

Folgen eines Eisenmangels

  • Infektanfälligkeit vor allem der oberen Atemwege mit Entzündung der Mundschleimhaut, Mundwinkeleinrissen und Verkümmerung der Nasenschleimhaut
  • Trockene Haut, mit zum Teil starkem Juckreiz, vermehrte Kopfschuppen, brüchiges Haar, brüchige Nägel und Einblutung in den Nagelfalz.
  • Herabgesetzte Konzentration- und Merkfähigkeit. Vor allem bei alten Menschen werden diese Störungen oft als Demenz gewertet und behandelt, obwohl es sich lediglich um einen unerkannten Eisenmangel handelt.
  • Muskelkrämpfe vor allem bei körperlicher Belastung.
  • Störungen der Körpertemperaturregulierung.
  • Kinder mit Eisenmangel leiden oft an körperlichen und psychischen Entwicklungsstörungen.

Eisen-Wechselwirkungen im Alltag

Da Eisen so bedeutsam ist, ist die nachfolgende Liste wichtig, wie Eisen mit speziellen Nährstoffen interagiertg, um im Alltag im Bedarfsfall die Eisenspeicher rechtzeitig aufzufüllen:

  • Blei: Die Bleiaufnahme wird durch Eisen reduziert, was positiv ist, da Blei giftig für den Menschen ist.
  • Chrom: Eisenmangel fördert die Chromaufnahme in den Körper, was gut und vor allem für Diabetiker (Zuckerkranke) wichtig ist.
  • Getränke: Kaffee und Tee vermindern die Eisenaufnahme. Milch und Milchprodukte vermindern die Eisenaufnahme.
  • Kalzium: Kalzium vermindert die Eisenaufnahme vor allem wenn es zur Mahlzeit ergänzt wird.
  • Spurenelemente: Kupfer und Nickel vermindern die Eisenaufnahme.
  • Magnesium: Die Magnesiumaufnahme wird durch Eisen vermindert.
  • Phenole (z.B. Kaffee, Tee und Getreide) vermindern die Eisenaufnahme.
  • Phosphate (Cola, Schmelzkäse, Backpulver, Geschmacksverstärker) in der Nahrung gehen mit Eisen eine feste Bindung ein, so dass Eisen nicht verstoffwechselt werden kann.
  • Phytate im Getreide gehen mit Eisen eine feste Bindung ein, so dass Eisen nicht verstoffwechselt werden kann.
  • Tannine (sekundäre Pflanzenstoffe, Gerbstoffe) z.B. im Wein, Weintrauben, Beeren, Nüsse, Hülsenfrüchte, Schokolade, Kräutern, gehen mit Eisen eine feste Bindung ein, so dass Eisen nicht verstoffwechselt werden kann.
  • Tierische Proteine steigern die Eisenaufnahme.
  • Ein Vitamin A Mangel führt zu einer schlechteren Verstoffwechselung von Eisen.
  • Ein Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin) vermindert die Eisenaufnahme und Verwertung.
  • Ein Mangel an Vitamin B6 (Pyridoxin) begünstigt einen Eisenmangel.

Einsatzgebiete für Eisen

  • Hohe Eisenverluste durch starke oder langanhaltende Blutungen, aber auch schon eine starke Regelblutung kann einen Eisenmangel auslösen.
  • Schnelles Wachstum in Schwangerschaft, Kindheit und Jugend. Besonders junge Frauen und Kinder sind oft von einem Mangel betroffen.
  • Bei Ernährungsbesonderheiten wie: Vegetarier und Veganer, hoher Kaffee und Teekonsum, hoher Alkoholkonsum, hoher Milchkonsum.
  • Ungenügende Aufnahme von Eisen bei chronischen Magenerkrankungen.
  • Erkrankungen des blutbildenden Systems.
  • Nährstoffmangel vor allem Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin C und Kupfermangel.
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom.
  • Herzmuskelschwäche.

Was muss bei einer Eisenergänzung beachtet werden?

Eisen ist für viele Körperfunktionen unerlässlich. Ein Eisenmangel lässt sich schnell und einfach ausgleichen. Nicht erkannte Eisenmängel führen oft zu schwerwiegenden Krankheitsbildern, wichtig ist es die jeweilige Ursache herauszufinden und abzustellen. Je nach Produkt kann es zu einer Verfärbung des Stuhls als Nebenwirkung kommen, diese ist harmlos. Bei manchen Eisenpräparaten kann ebenfalls Übelkeit auftreten. Produkte aus Eisengluconat sind gut verträglich, Eisen II-Sulfat ist gut geeignet. Eisen III-Präparate sind unwirksam. Für Kinder gibt es geschmacklich gute Kautabletten. Eisen sollte nicht zusammen mit Schilddrüsenhormonen eingenommen werden. Wichtig ist, dass Eisen nicht dauerhaft eingenommen werden sollte, wenn kein Mangel vorhanden ist.
Zink

Fakten zu Zink:

Zink ist für den Menschen ein lebenswichtiges Spurenelement, das nur mit der
Nahrung zugeführt werden kann. Der Gesamtbestand des Körpers beträgt 2–3 g.
Aufgenommen wird Zink im Dünndarm. Etwa ein Viertel des Spurenelements kommt an Transporteiweiße gebunden im Blutplasma vor. Die höchsten Zinkkon-zentrationen im Körper findet man in der Netzhaut. Die Hauptspeicherorgane sind Knochen, Haut und Haare (ca. 70%). Der Rest findet sich vorwiegend in der Leber, den Nieren und den Muskeln. Plasmazink wird schnell von der Leber aufgenommen und an Metallothionein gebunden. Metallothioneine sind zytosoli-
sche Proteine mit einem hohen Cysteinanteil, die viel Zink binden, speichern und bereithalten können. Ihre Induktion durch endogene Stoffe wie Glucokortikoide, Glucagon und Adrenalin führen zu einer Zinkumverteilung bei Krankheiten oder Stress, sodass es zum Zinkmangel kommt. Normalerweise wird Zink über den Stuhl ausgeschieden. Bei Zinkmangel kommt es zu einer Steigerung des aktiven
Transportweges.

Vorkommen

Zink findet sich vor allem in Roggen- und Weizenkeimen, Bierhefe, Sonnenblumen-
kernen, Vollkornweizen, Austern, Schweine- und Kalbsleber und Eiern.

Versorgungssituation

In großen Studien* konnte nachgewiesen werden, dass in Deutschland bis zu 90% der Bevölkerung die Mindestempfehlungen nicht erreicht. Häufig betroffen sind Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und ältere Menschen. Da die Aufnahme
und Verfügbarkeit von Zink in tierischen Produkten wesentlich besser ist als die in pflanzlichen, haben Vegetarier und Veganer häufig einen mäßigen bis ausgeprägten Zinkmangel. Schwere Mängelzustände sind jedoch selten, können aber z.B. bei Magersucht vorkommen.

Die Zinkaufnahme unterliegt einem Regelkreis: Ist die Versorgungssituation im Körper gut, so ist die Aufnahmemenge aus der Nahrung niedrig; ist die Versorgungssituation im Körper schlecht, so ist die Aufnahmemenge aus der Nahrung hoch. Die Bedarfswerte sind jedoch altersabhängig. Generell hat Zink als Chelat, Orotat, Gluconat und Proteinhydrolysat eine bessere Bioverfügbarkeit als das anorganische Zinksulfat. Letzteres verursacht bei nüchterner Einnahme zudem bei vielen Menschen Übelkeit.

Mangel

Kombinierte Störwirkungen auf den Zinkhaushalt können Verbrennungen, Operationen, bösartige Tumore, akute Infekte, Lebererkrankungen, Herzinfarkte und koronare Herzkrankheiten ausüben. Ein Zinkmangel führt zu:

  • verminderter Wundheilung und Schleimhautveränderungen
  • Haarausfall, Störungen der Haut wie Furunkel-Bildung, Hautgeschwüren und
    Akne
  • verminderter Hormonwirkung
  • Wachstumsstörungen und verzögerter sexueller Reifung bei Kindern
  • reduziertem Geschmacksempfinden
  • reduzierter Vitamin-A-Wirkung
  • Nachlassen der Sehkraft und Nachtblindheit
  • Unfruchtbarkeit
  • Alterszucker
  • Depressionen, Psychosen, Schizophrenie, Lethargie, Aggressivität, Hyperaktivität
    und Lernschwäche.

Einsatzgebiete

  • Zellen: Zink ist unabdingbar für Wachstum, Differenzierung und Regeneration aller Körperzellen.
  • Immunsystem
  • Stoffwechsel: Beim Vitamin-A-Stoffwechsel spielt Zink eine wesentliche Rolle.
  • Hormone: Wachstumshormone, Sexualhormone und die Hormone der Geschlechtsorgane sind zinkabhängig.
  • Oxidation: Zink ist wesentlicher Bestandteil von antioxidativen Enzymsystemen.
  • Entgiftung: Zink wirkt schützend vor Schwermetallvergiftungen (Blei, Kadmium, Quecksilber) durch Komplexbildung.
  • Haut und Haare: Zink ist an der Bildung von Keratin beteiligt, einem wichtigen Bestandteil von Haut, Haaren und Nägeln.
  • Kinder: Säuglinge, die mit Kuhmilch ernährt werden, haben einen erhöhten Zinkbedarf.
  • Zuckerkrankheit: Bei Diabetes mellitus besteht durch die vermehrte Ausscheidung von Zink über die Nieren ein erhöhter Zinkbedarf.
  • Rheuma: Rheumatische Krankheiten werden durch einen Zinkmangel gefördert bzw. verschlimmert.
  • Medikamenteneinnahme: Die Einnahme von Schmerzmitteln, der Antibabypille, Penizillin, Tetrazyklin oder Isoniazid erhöht den Bedarf an Zink.
  • Weitere Anwendungsgebiete: Zink wird empfohlen im Wachstum, bei vegetarischer oder veganer Ernährung, regelmäßigem Alkoholkonsum, chronischen Leberkrankheiten, verringerter Resorption, Darmerkrankungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Leistungssport (Zinkverlust über Schweiß), Blutarmut, Nierenerkrankungen, Reduktionsdiäten, hoher Kalzium-, Oxalsäure- und Phytinzufuhr, Chelat-(Schwermetallausleitung) oder Diuretikatherapie, in der Schwanger-schaft und Stillzeit.

* 111 Souccar, T., Curtay, J.P.: Le nouveau guide des vitamines. Edition Seuil. 1996; 11–12; VERA-Studie 1985–
1989. In: Adolf, T. u. a.: Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie (1985–1988) über die Lebensmittel- und
Nährstoffaufnahme in der Bundesrepublik Deutschland, 241, VERA-Schriftenreihe Bd. XI, Wissenschaftlicher
Fachverlag Dr. Fleck, Niederkleen 1995.

 

Kupfer (Cu)

Fakten zu Kupfer

Kupfer ist ein Schwer- und Halbedelmetall.

Als Bioelement kommt es im menschlichen Körper in einer Menge von 80-100mg vor.

Vorkommen

Reich an Kupfer sind Innereien, Fische, Getreideprodukte, Schalentiere, Nüsse, Schokolade, Kakao, Kaffee, Tee und grünes Gemüse.

Da die Bioverfügbarkeit schwankt, sind allerdings auch sehr kupferhaltige Nahrungsmittel nicht unbedingt bedarfsdeckend.

Täglicher Bedarf

  • Kinder 0,5-1,5 mg
  • Jugendliche und Erwachsene 1,0-1,5 mg

Versorgungssituation

Eine ausgeprägte Mangelerkrankung ist zwar eher selten, aber nach einer Studie erreichten zum Beispiel nur 50% der Österreicher die empfohlene Zufuhrempfehlung.

Welche Folgen hat ein Kupfer Mangel

Ein Kupfermangel führt zu:

  • Nervenstörungen,
  • Störungen der Zeugungsfähigkeit beim Mann,
  • Blutarmut,
  • erhöhte Blutfette,
  • Neigung zur Zuckerkrankheit,
  • Haar- und Pigmentstörungen, Vitiligo,
  • Gefäßerweiterungen,
  • Osteoporose,
  • Schwäche und Müdigkeit.

Überdosierung

Kommt es zu einer Überdosierung, können folgende Symptome auftreten:

  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Bei einer langfristigen Überdosierung sind Leberschäden möglich.

Einsatzgebiete

Stoffwechsel:

Kupfer fördert die Eisenaufnahme in den Körper und senkt den Homocysteinspiegel im Blut.

Oxidation:

Kupfer ist ein wichtiges Antioxidans und schützt die meisten Aminosäuren vor Oxidation.

Hormonsystem:

Kupfer spielt in der hormonellen Regulation eine wichtige Rolle.

Bindegewebe:

Kupfer steuert die Quervernetzung von Kollagenfasern des Bindegewebes.

Herz:

Bei Herzerkrankungen besteht ein erhöhter Bedarf an Kupfer, da die Energiegewinnung in der Atmungskette steigt.

Medikamenteneinnahme:

Menschen, die unter einer Dauertherapie mit Magensäureblockern und Kortison stehen, haben einen erhöhten Kupferbedarf.

Weitere Einsatzgebiete:

Kupfer wird empfohlen bei chronischen Magen- und Darmerkrankungen, bei hohem Zigarettenkonsum, Verbrennungen, Blutarmut und Rheuma.

Selen

Selen ist eines der wichtigsten Antioxidantien im menschlichen Körper, doch ein großer Teil der Bevölkerung leidet an einem Selenmangel. Das lebensnotwendige Spurenelement trägt entscheidend zur Erhaltung der Vitalität und Gesundheit bei. Es ist ein sehr wichtiger Co-Faktor bei der Behandlung von allen akuten und chronischen Erkrankungen und ist notwendig zur Entgiftung von Schwermetallen, Schadstoffen, Giftstoffen und Medikamenten.

Ein paar Fakten über Selen

  • In Deutschland werden täglich etwa 25 µg, statt der erforderlichen 200 µg, Selen mit der Nahrung zugeführt.
  • Es gibt Hinweise, dass in Deutschland mindestens 70 % der Bevölkerung zu wenig Selen aufnehmen.
  • 66% der Männer ab 50 Jahren leiden unter Erektionsstörungen, oft bedingt durch einen Selenmangel.

Selen – das mangelnde Spurenelement in Europa
Selen ist ein essentielles, also lebensnotwendiges Spurenelement, welches in allen Körperzellen vorkommt. Der menschliche Körper kann es nicht selbst herstellen, daher muss es täglich mit der Nahrung zugeführt werden. Wieviel Selen darin enthalten ist, hängt von der Verfügbarkeit und dem Gehalt der Böden ab. Leider gehört Deutschland, wegen der Auswaschung der Böden, zu einem Selenmangelgebiet, wie viele Regionen in Europa. Durch den Einsatz schwefelhaltiger Düngemittel und durch den mit Schwefeldioxid belasteten sauren Regen nehmen die Pflanzen zu wenig Selen auf, so dass der Mensch am Ende der Nahrungskette unterversorgt wird. Speziell strenge Vegetarier und Veganer erleiden schnell eine Unterversorgung mit dem wichtigen Antioxidans.

Wozu benötigen wir Selen?
Selen ist wichtiger Bestandteil von zahlreichen stoffwechselaktiven Enzymen und Eiweißen. Es ist Bestandteil der Muskulatur und vieler anderer Körpergewebe und ein wichtiger Wachstumsfaktor für alle Körperzellen. Selen ist das wichtigste enzymatische Antioxidans (Abwehr freier Radikale), neben Vitamin C und E. Es unterstützt die Immunabwehr gegen Bakterien und Viren und hilft bei der Abwehr von krebserregenden Substanzen. Außerdem ist es das wichtigste Mittel zur Entgiftung von Schwermetallen, wie Quecksilber, Amalgam, Blei, Cadmium.

Selen aktiviert verschiedene Enzyme in der Schilddrüse. Nur so können die aktiven Schilddrüsenhormone (freies T3, freies T4) gebildet werden. Speziell bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Morbus Hashimoto, Morbus Basedow) benötigt die Schilddrüse viel Selen, da die hormonbildenden Enzyme aufgrund der Autoimmunreaktion sehr viel Selen verbrauchen.

Die männliche Fruchtbarkeit (Spermatogense) ist stark selenabhängig. Ohne ausreichende Versorgung werden zu wenig reife Spermien gebildet, was zu einer Unfruchtbarkeit des Mannes führen kann. Aber auch das weibliche Ovar benötigt Selen für eine gute Funktion.

Aufgrund der starken Abwehr gegen freie Radikale (antioxidative Wirkung) verhindert eine gute Selenversorgung die Bildung von krebsauslösenden Zellen und unterstützt das Immunsystem bei der Verhinderung von Krebserkrankungen. Außerdem mindert die Gabe von Selen das Auftreten von Nebenwirkungen während einer Strahlen- und/oder Chemotherapie. Dadurch steigt während einer Krebstherapie die Lebensqualität deutlich an. Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten erhöht ebenso wie regelmäßiger Alkoholkonsum und Tabakkonsum den Selenbedarf deutlich. Auch Giftstoffe und Schadstoffe in der Luft, sowie im Wasser erhöhen aufgrund der vermehrten Bildung von freien Radikalen den Selenverbrauch.

Wie stelle ich meine Selenzufuhr sicher?
Jeder Mensch sollte täglich 200 µg Selen zuführen. Da dies über die Nahrung in Europa nicht möglich ist (durchschnittlich werden nur etwa 25 µg aufgenommen), sollte jeder Mensch Selen ergänzen. Wichtig ist hierbei ein Produkt mit einer hohen Bioverfügbarkeit. Speziell chronisch kranke Menschen sind auf eine ausreichende Selenzufuhr angewiesen.

Selen und seine Einsatzgebiete:

  • Körperlichen Stress
  • Psychischen Stress
  • Dialyse
  • Schilddrüsenerkrankungen (Hypothyreose, Morbus Hashimoto, Morbus Basedow, Hyperthyreose)
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie (Zytostatika)
  • Krebserkrankungen
  • Fertilitätsstörungen
  • Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion)
  • Künstliche Ernährung
  • Zunehmendes Alter
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Chronische Verdauungsstörungen
  • Chronische Erkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkerkrankungen, Gelenkschmerzen, Arthrosen
  • Autoimmunerkrankungen (Phenylketonurie, Mukoviszidose)
  • Augenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel, Nagelstörungen
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Chron
  • Starke Monatsblutung
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Molybdän (Mo)

Fakten zu Molybdän

Molybdän trägt zum Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren, zur Energiegewinnung und zum Abbau von Harnsäure bei.

Molybdän wirkt an vielen Enzymfunktionen mit.

Vorkommen

Molybdänreich sind Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen, Getreide, Innereien, Milchprodukte und Hefe.

Täglicher Bedarf

  • Kinder 25-50 µg
  • Jugendliche und Erwachsene 50-100 µg

Versorgungssituation

Da Molybdän in fast allen Nahrungsmitteln vorhanden ist, kommt ein Mangel nur bei parenteraler Ernährung vor.

Welche Folgen hat ein Molybdän Mangel

Ein Molybdänmangel führt zu:

  • Übelkeit,
  • Sehstörungen,
  • hoher Puls,
  • starke Kopfschmerzen,
  • zentrale Gesichtsfeldausfälle,
  • Nierensteinbildung,
  • Haarausfall,
  • Koma.

Einsatzgebiete

Darm:

Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa besteht ein erhöhter Bedarf an Molybdän.

Zähne: Molybdän soll vor Karies schützen. So traten in flourarmen Gegenden mit gleichzeitig molybdänreichen Böden weniger Kariesfälle auf.

Weitere Einsatzgebiete:

Molybdän wird empfohlen bei oxidativem Stress und zur Entgiftung.

Kobalt (Co)

Fakten zu Kobalt

Kobalt ist ein lebensnotweniges Spurenelement für Pflanzen, Tiere und den Menschen. Das Spurenelement ist das Zentralatom im Vitamin B12 (Cobalamin) und wird daher über Cobalamin aufgenommen und in den Nieren gespeichert.

Vorkommen

Kobalt findet sich in Innereien, Fischen, Austern, getrockneten Linsen und schwarzem Tee. Das kobalthaltige Vitamin B12 ist in hohen Konzentrationen in Hefe enthalten.

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist nicht bekannt, der tägliche Verbrauch von Cobalamin liegt aber bei 1 µg.

Versorgungssituation

Eine Kobaltunterversorgung ist in Deutschland nicht zu befürchten.

Welche Folgen hat ein Kobalt Mangel

Die Folgen eines Kobaltmangels sind die gleichen wie die eines Vitamin-B12-Mangels.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung sind Schädigungen des Herzmuskels und eine Kropfbildung möglich.

Einsatzgebiete

Die Hauptfunktion bezieht sich auf seine Rolle als Zentralatom des Vitamin B12.

Anionen

Chrom

Chrom und blaue kapseln in 3d

Ein paar Fakten über Chrom:

  • Organische Chromhefe ist 10-mal besser bioverfügbar als anorganische oder synthetische Chromprodukte und versursacht keine allergischen Reaktionen.
  • 90% der Gerberei wird mit sechswertigem Chrom durchgeführt.
  • Nur 3-wertiges Chrom ist in der Medizin einsetzbar.
  • 6-wertiges Chrom ist giftig und krebserregend.

Chrom kurbelt den Stoffwechsel an und verbessert die Insulinwirkung

Das Spurenelement Chrom verdankt seinen Namen den schön gefärbten Chromsalzen. Diese werden oft bei der Farbherstellung verwendet und schimmern gelb, grün und rot. Doch Chrom ist auch ein lebenswichtiges Element für den menschlichen Organismus. Es wird in Leber, Milz, Muskeln, Knochen und Weichteilgewebe (Niere und Lunge) gespeichert. Die wichtigsten Verbindungen sind dreiwertiges und sechswertiges Chrom, wobei das dreiwertige oxidativ am stabilsten ist und biologisch am wertvollsten. Sechswertiges Chrom ist giftig und wird in der Industrie eingesetzt (z.B. Gerbung, Tätowier-Tinte, Holzschutzmittel). In der Nahrung kommt nur dreiwertiges Chrom vor, welches vom Körper nur in geringem Anteil aufgenommen werden kann. Außerdem sinkt die Resorption von Chrom mit zunehmendem Alter ab, und somit auch die Konzentration des Spurenelements in den Organen und Körpergeweben.Chrom spielt beim Kohlenhydratstoffwechsel eine entscheidende Rolle, speziell bei der Aufnahme von Zucker, sowie bei der Stabilisierung des Blutzuckerspiegels. Kohlenhydrate in der Nahrung dienen als Energielieferant für Zellen und wirken sich am stärksten auf den Blutzuckerspiegel aus. Nach dem Essen werden sie verdaut und in Glukose umgewandelt um die Körperzellen schnell und kontinuierlich mit Energie zu versorgen. Gehirn und Nervenzellen werden unter normalen Umständen ausschließlich durch Glukose mit Energie versorgt, Muskulatur und andere Körpergewebe können dafür auch Fette und Eiweiß verwenden. Da Glukose nur sehr eingeschränkt gespeichert wird und auch nur wenig im Blut zirkulieren kann, muss es vom Organismus optimal verstoffwechselt werden. Dabei spielen zwei Hormone eine entscheidende Rolle um die Zellen mit Energie zu versorgen und den Blutzuckerspiegel zu regulieren: Insulin und Glucagon. Insulin sorgt ebenfalls dafür, dass überschüssige Kalorien als Fett gespeichert werden (für Notzeiten) und für die Speicherung von Magnesium in den Zellen.

Chrom ist entscheidend bei der Behandlung von Diabetes und senkt die Konzentration schlechter Blutfette

Bei einem Chrommangel kommt es zur schlechten Glukosetoleranz mit Symptomen der Zuckerkrankheit, zum metabolischen Syndrom und später auch zum Diabetes mellitus Typ II. Dreiwertiges Chrom bildet zusammen mit Niacin (ein B-Vitamin) und Glutathion (Aminosäure) einen Komplex, der Glukose-Toleranz-Faktor (GFT) genannt wird. GFT aktiviert das Insulin im Körper und fördert deren Bindung an die Zellwände, so dass Glukose leichter in die Zellen gelangen kann. In der Folge sinkt der Blutzuckerspiegel und die Körperzellen haben mehr Energie. Hat der Mensch zu wenig Chrom im Körper steigen neben zirkulierendem Insulin und Glukose auch Cholesterin, sowie Triglyceride im Blut an. Daher verbessert eine gute Chromversorgung ebenfalls die Blutfette und senkt das Risiko für Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Dabei wird das sogenannte schlechte LDL-Cholesterin gesenkt und das gute HDL-Cholesterin erhöht. Bei einem chronischen Chrommangel kommt es zu Nervenstörungen der Arme und Beine.

Chrom fördert die Eiweißbildung im Körper

Chrom steigert ebenfalls die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskulatur und hilft bei der Bildung von Eiweißen im Körper. Hiervon profitieren vor allem Sportler die ihre Leistung steigern möchten, aber auch chronisch kranke Menschen.

Mit organischem Chrom den Zuckerstoffwechsel stabilisieren

Speziell Typ II Diabetiker haben meist eine verminderte Glukosetoleranz, so dass das Insulin nicht ausreichend an den Zielzellen wirken kann. Organisches Chrom ist in der Lage, die Glukosetoleranz deutlich zu verbessern und dadurch den Medikamentenverbrauch an Antidiabetika langfristig zu reduzieren. Organische Chromhefe hat in Studien[1] zahlreiche positive Wirkungen  bei Diabetes mellitus gezeigt: Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, verbesserte Aufnahme von Glukose in Nervenzellen, Muskeln und andere Gewebearten, Verringerung von Hungersymptomen, Verringerung des Fettgehaltes im Blut und Verringerung des Körpergewichts. Idealerweise sollten Diabetiker 100 µg eines organischen Chrompräparates täglich mit der Nahrung ergänzen. Nichtorganische Chrom-Präparate sind deutlich weniger wirksam, geringer bioverfügbar und werden nur in Spuren aufgenommen.Organische Chromhefe enthält den bereits synthetisierten Glukose-Toleranz-Faktor, genauso wie kohlenhydratreiche Pflanzen (z.B. Zuckerrohr). Bei der Herstellung von weißem bzw. raffiniertem Zucker geht dieser wichtige Faktor verloren. Organische Chromhefe ist zehnmal besser bioverfügbar als anorganische oder synthetische Chromprodukte. Sie benötigt nicht den Zusatz von Picolinat, einer körperfremden Substanz, um die Aufnahme von synthetischem Chrom zu verbessern.[1] J. Racek et al: Biological Trace Element Research: Vol. 109,2006; Mindrescu & Ciocan (unveröffentlichter Versuchsbericht); Cheng et al. 1999

Chrom-Einsatzgebiete:

  • Regulation des Zuckerstoffwechsels (Vorbeugung)
  • Metabolisches Syndrom
  • Insulinresistenz
  • Glukoseintoleranz
  • Gewichtskontrolle (Regulierung des Körpergewichts)
  • Hypercholesterinämie
  • Hypertriglyceridämie
  • Diabetes mellitus Typ II (Diabetes mellitus Typ I)
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Sportler
  • Chronische Erkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Magnesiummangel
  • Eiweißmangel
Jod (J)

Fakten zu Jod

Jod ist für den menschlichen Organismus als Spurenelement lebensnotwendig und dient vor allem dem Aufbau der Schilddrüsenhormone.

Vorkommen

Wie das Spurenelement Selen ist auch Jod durch die nacheiszeitliche Auswaschung der Böden in vielen Regionen kaum noch in den oberen Erdschichten vorhanden und einige Nahrungsmittel werden deshalb mit Jod angereichert.

Täglicher Bedarf

  • Kinder 100-180 µg
  • Jugendliche und Erwachsene 200 µg
  • Erwachsene ab 50 Jahre 180 µg
  • Schwangere 230 µg
  • Stillende 260 µg

Versorgungssituation

In Deutschland werden seit vielen Jahren Lebensmittel mit Jod angereichert, wie z.B. jodiertes Speisesalz, um die Versorgung zu verbessern.

Welche Folgen hat ein Jod Mangel

Jodmangelkrankheiten stellen ein weltweites Problem dar.

Weltweit sind ca. 1 Milliarde Menschen betroffen.

3 Millionen Menschen leiden an Kretinismus, d.h. unter einer unbehandelten, angeborenen Schilddrüsenunterfunktion.

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen äußert sich durch:

  • Antriebslosigkeit, Depressionen und Erschöpfung,
  • Gewichtszunahme,
  • trockene Haut,
  • bei Frauen zu lang anhaltender und starker Menstruation,
  • erhöhten Cholesterin- und Blutfettwerten,
  • Muskelschmerzen,
  • steifen und schmerzenden Gelenken.

Überdosierung

Bei einer vorgeschädigten Schilddrüse kann eine vermehrte Jodsubstitution eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen. Zeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion sind unter anderem Herzrasen und eine erhöhte Körpertemperatur.

Einsatzgebiete

Schilddrüsenhormonbildung:

Jod ist Bestandteil der aktiven Schilddrüsenhormone T3 und T4.

Oxidation:

Die Funktion des Jods als Antioxidans und Radikalenfänger ist mittlerweile nachgewiesen.

Immunsystem:

Bei Jodmangel verbessert die Jodzufuhr die „Killeraktivität“ von gewissen weißen Blutkörperchen. Zudem wirkt Jod aktivierend auf bestimmte Immunprozesse.

Autonomes Adenom:

Bei älteren Patienten kann ein Jodüberangebot bei einem autonomen Adenom zu einer akuten Schilddrüsenüberfunktion führen. Dieses Adenom produziert Schilddrüsenhormone ohne Steuerung, weswegen die Produktion nicht eingestellt wird, selbst wenn viele Schilddrüsenhormone im Körper sind.

Weitere Einsatzgebiete:

Jod wird empfohlen in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei veganer oder makrobiotischer Ernährung, die auf jodiertes Speisesalz verzichtet, Gefäßverkalkung, Fettstoffwechsel, entzündlich-degenerativen Erkrankungen.

Fluor (F)

Fakten zu Fluor

Fluor gehört zur Gruppe der Halogene und ist sehr reaktionsfreudig. Der Mensch kann nur anorganisches Fluor verwerten.

Vorkommen

In Nahrungsmitteln ist relativ wenig Fluor enthalten. Am ehesten findet es sich in schwarzem Tee, Meeresfischen sowie Kräutern und Gewürzen. Der Bedarf wird aber im Wesentlichen über fluorierte Zahnpasta, Speisesalze und Mineralwasser gedeckt.

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist abhängig vom Alter und Geschlecht.

Männlich:

  • bis 4 Monate 0,25 mg
  • 4-12 Monate 0,5 mg
  • 1-4 Jahre 0,7 mg
  • 4-10 Jahre 1,1 mg
  • 10-13 Jahre 2,0 mg
  • 13-19 Jahre 3,2 mg
  • 19 Jahre und älter 3,8 mg

Weiblich:

  • bis 4 Monate 0,25 mg
  • 4-12 Monate 0,5 mg
  • 1-4 Jahre 0,7 mg
  • 4-10 Jahre 1,1 mg
  • 10-13 Jahre 2,0 mg
  • 13-19 Jahre 2,9 mg
  • 19 Jahre und älter 3,1 mg
  • Schwangere / Stillende 3,3 mg

Versorgungssituation

Zur Versorgungssituation mit Fluor können keine einheitlichen Angaben gemacht werden, da es im Wesentlichen über das Trinkwasser zugeführt wird und dieses regional sehr unterschiedlich ist.

Welche Folgen hat ein Fluor Mangel

Ein dauerhafter Mangel führt bei Kindern zu Karies und Zahnfäule.

Bei Frauen steigt das Osteoporoserisiko.

Einsatzgebiete

Knochen und Zähne:

Fluor dient der Bildung von Apatit, das wiederum zur Härtung von Knochen und Zähnen notwendig ist.

Darüber hinaus stimuliert Fluor die Kalziumeinlagerung in neugebildeten Knochen.

Mangan (Mn)

Fakten zu Mangan

Das Schwermetall ist am Aufbau der Erdkruste beteiligt.

Vorkommen

Manganreich sind Hülsenfrüchte, Vollkornmehl, Nüsse, Reis und Innereien.

In Tee ist dieses Spurenelement ebenfalls oft enthalten.

Täglicher Bedarf

Bisher gibt es lediglich Schätzwerte:

  • Kinder 1-3 mg
  • Jugendliche und Erwachsene 2-5 mg

Versorgungssituation

Ein Manganmangel ist bis heute nicht aufgetreten.

Einsatzgebiete

Enzymsystem:

Mangan ist an der Aktivierung von mehr als 60 Enzymsystemen beteiligt, dazu zählen:

  • Entwicklung des zentralen Nervensystems,
  • Spermienbildung,
  • Blutgerinnung,
  • Zuckerbildung aus Laktat,
  • Knochenaufbau.

Oxidation:

Mangan ist ein hochpotentes Antioxidans.

Vermutlich essentiell

Nickel (Ni)

Fakten zu Nickel

Nickel gehört zur Eisengruppe und ist ein Schwermetall. Mittlerweile ist klar, dass es zu den lebensnotwendigen Substanzen gehört.

Vorkommen

Über 90% des Nickels stammt aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Kakao und Kakaoprodukte, Sojabohnen, Linsen, Bohnen und Erbsen, Kopfsalat, Petersilie, Spargel, Haferflocken, Backwaren, Fleisch und Wurst sind wichtige Lebensmittel, die zur Nickelversorgung beitragen.

Versorgungssituation

Nickelmängel sind nicht zu erwarten, da die Zufuhr in der Regel sechsmal so hoch ist wie der tägliche Bedarf.

Welche Folgen hat ein Nickel Mangel

Bei einem isolierten Nickelmangel können die Eisenverwertung und der Zuckerabbau gestört sein.

Einsatzgebiete

Enzymsystem:

Nickel scheint mehrere Enzymsysteme zu unterstützen, allerdings sind noch nicht viele Funktionen bekannt. Hohe Konzentrationen an Nickel finden sich in den Nukleinsäuren.

Weitere Einsatzgebiete:

Es gibt Hinweise, dass Nickel vor Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Nieren schützt.

Vanadium (V)

Fakten zu Vanadium

Das Schwermetall kommt im Boden und in pflanzlichen Trockensubstanzen vor.

Täglicher Bedarf

Die tägliche Aufnahme und der Bedarf können nur geschätzt werden. Die Angaben variieren hier erheblich zwischen 5 µg und 2 mg pro Tag.

Versorgungssituation

Die Versorgung mit Vanadium ist in Deutschland ausreichend.

Mängel sind bisher nicht beschrieben.

Einsatzgebiete

Knochen und Zähne:

Vanadium ist beteiligt an der Mineralisation von Knochen und Zähnen.

Stoffwechsel:

Vanadium ist lebensnotweniger Bestandteil des Eisenstoffwechsels.