Pflanzen-Begleitstoffe

Eine Übersicht der Pflanzenbegleitstoffe finden Sie hier

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Pycnogenol

 

Ein paar Fakten über Pycnogenol
  • Pycnogenol verbessert die Durchblutung um 40 %.
  • Pycnogenol senkt die Blutfettwerte vom schädlichen oxidierten LDL-Cholesterin um 7 % und steigert die Blutfettwerte vom günstigen HDL-Cholesterin um 10 %.
  • Pycnogenol senkt den mittleren arteriellen Blutdruck um bis zu 10 %.
  • Pycnogenol verhindert die Verklumpung der Gefäße und somit Thrombosen zu nahezu 100 %.
  • Pycnogenol reduziert die Entzündungsmarker um 30 % (C-reaktives Protein).
Was ist Pycnogenol?

Pycnogenol ist ein komplexer Pflanzenextrakt aus der Rinde der französischen Meereskiefer. Es handelt sich dabei um eine natürliche Kombination von Antioxidantien, Procyanidinen, Bioflavonoiden und Phenolsäuren mit sehr vielen gesundheitlichen Wirkungen im menschlichen Organismus.

Die enthaltenen Bioflavonoide sind Pflanzenbegleitstoffe, die zur Gruppe der Polyphenolverbindungen gehören und 1000 pflanzliche Verbindungen beinhalten. Procyanidine sind ebenfalls pflanzliche Verbindungen die in Nahrungsmitteln (z.B. Avocado, Erdbeeren, Bananen und Hirse) enthalten sind. Der Name kommt vom Hauptbestandteil Cyanidin, welcher ein natürlicher Farbstoff in vielen Obst- und Beerensorten ist, sowie Teil der wunderschönen blauen Farbe der Kornblume. Im Pycnogenol kommen weitere sekundäre Pflanzenstoffe vor, wie p-Cumarinsäure, Kaffeesäure, Ferulasäure, Catechinen (z.B. schwarzer und grüner Tee).

Pycnogenol ist eines der am besten erforschten Produkte weltweit, es ist seit 40 Jahren bekannt wurde 140 medizinischen Studien untersucht und in 300 Publikationen veröffentlicht. Anwendung findet es als Nahrungsergänzungsmittel und in Kosmetikprodukten.

Welche Wirkung hat Pycnogenol und wo tut es das im Körper?

Pycnogenol wirkt nicht an einem speziellen Zielorgan, sondern hat einen entzündungshemmenden Einfluss auf alle Zellen und Gewebe und beeinflusst die Blutgefäße im gesamten Organismus positiv. Dadurch wirkt es an vielen verschiedenen Körperorganen und unterstützt den gesamten Körper. Fast alle Wirkungen ergeben sich aus der starken Entzündungshemmung der Proteasen und Vernichtung freier Radikale. Dabei ist seine antioxidative Wirkung 20-fach stärker als bei dem bekannten wasserlöslichen Antioxidans Vitamin C und 50mal wirksamer als das fettlösliche Antioxidans Vitamin E.

Pycnogenol für gesunde Knochen und Gelenke

Mit zunehmenden Alter degenerieren die Schutzschicht und der polsternde Knorpel in den Gelenken schrittweise. Ist die Abnutzung fortgeschritten, wird das Gelenkgewebe angegriffen und führt zu einer lokalen Entzündung mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkung im betroffenen Gelenk. Entzündliche Zellen fördern die Gelenkdegeneration, indem sie Sauerstoffradikale und entzündungsfördernde Stoffe, sowie degenerative Enzyme abgeben. Die Mehrheit der über 65jährigen Menschen haben Zeichen einer Osteoarthritis (chronisch-degenerative Gelenkveränderung mit Knorpelabbau), Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Prinzipiell können alle Gelenke betroffen sein, am häufigsten kommt es jedoch an Hüften, Knien, Fingern und der Wirbelsäule vor. Übergewicht kann die Osteoarthritis fördern.

Pycnogenol greift an verschiedenen pathologischen Prozessen bei der Osteoarhritis gleichzeitig an. Zum einen bewirkt es eine Hemmung des entzündungsfördernden „Hauptschalters“ NF-KB um 15,8% (Grimm et al., 2006), einem Faktor der für die Entstehung jeder Entzündung und vieler Erkrankungen entscheidend ist. Klinische Studien haben gezeigt, dass unter Pycnogenol-Einnahme weniger knorpelschädigende Enzyme freigesetzt werden. Ebenfalls werden weniger COX-Enzyme ausgeschüttet, die für die Schmerzen verantwortlich sind. In der Folge kann sich das Knorpelgewebe besser erholen und heilen, ohne durch eigene Immunzellen belastet zu werden. Dieser Prozess dauert allerdings ein paar Monate und sollte langfristig erfolgen. Neben dem Knorpelaufbau nehmen unter Pycnogenol auch Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) in den Beinen ab, die Beweglichkeit und Flexibilität nimmt zu und es werden auf Dauer weniger Schmerzmittel benötigt, so dass auch die Gefahr von Magenbeschwerden durch nichtsteroidale Analgetika reduziert wird.

Pycnogenol beim metabolischen Syndrom und Diabetes mellitus

Das Stoffwechselsyndrom und Diabetes sind Ernährungskrankheiten, die viele Folgeerkrankungen (Nieren, Augen, Herz-Kreislauf) nach sich ziehen können. In klinischen Studien wurde nachgewiesen, dass Pycnogenol deutlich den Blutzuckerspiegel senkt, insbesondere zu einer Besserung des Blutzuckerspiegels nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten führt. Zusätzlich verbessert es die Herz-Kreislaufleistung, senkt den Blutdruck und verbessert die Blutmikrozirkulation (Gulati, 2015) und beugt so Folgeschäden einer Zuckerkrankheit vor. Pycnogenol sorgt dafür, dass mit der Nahrung zugeführte Kohlenhydrate, langsamer in den Blutkreislauf aufgenommen werden und verhindert dadurch hohe Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme. Besonders Menschen mit einem metabolischen Syndrom (Diabetes-Vorstufe) und nicht-insulinpflichtigen Diabetes Typ II profitieren von einer Pycnogenol-Einnahme. Auch das Voranschreiten eines metabolischen Syndroms konnte in einer Studie verhindert werden (Belcaro et al., 2013). Pycnogenol unterstützt auch eine medikamentöse Therapie mit Metformin und/oder Sulfonylharnstoffen sowie Thiazolindinen bei der Senkung des Nüchtern-Blutzuckerspiegels und des Langzeitwerts Hba1c (Zibadi et al., 2008).

Durch die deutlich verbesserte Mikrozirkulation durch Pycnogenol werden auch viele diabetische Komplikationen verringert werden, wie z.B. Hämatome, kleine Wunden, Nierenfunktionstörungen und diabetische Retinopathie (Augenkrankheit), die zur Erblindung führen kann.

Pycnogenol verbessert die Durchblutung

In den Endothelzellen der Blutgefäße aktiviert Pycnogenol das Enzym endotheliale Stickstoffmonoxidsynthetase (eNOS), dadurch wird Stickstoffmonoxid (NO) aus der Aminosäure L-Arginin besser generiert, was wiederum die Gefäßweite und den Blutfluss verbessert. NO reduziert zusätzlich die Zusammenlagerung von Blutplättchen und schützt daher ebenfalls vor Thrombosen. Dadurch verbessert Pycnogenol eine Gefäßverkalkung (Atherosklerose), einen hohen Blutdruck und Durchblutungsstörungen. In Studien verbesserten sich ebenfalls die Werte, wenn Pycnogenol zu Blutdrucksenkern als Begleitmedikation dazu gegeben wurden, es normalisiert aber nur einen zu hohen Blutdruck und führt nicht zu niedrigen Werten.

Pycnogenol senkt ebenfalls ein zu hohes LDL-Cholesterin und erhöht das herzschützende HDL-Cholesterin.

Hilfe bei Zyklus- und Hormonbeschwerden der Frau

Zyklusbeschwerden sind bei Frauen recht häufig und können durch Pycnogenol auf natürlichen Weg gebessert werden. Bereits Einzeldosen können die beteiligten COX-Enzyme um 22,5% (COX1) und 14,7% (COX2) reduzieren (Schäfer et al., 2006). Auch der entzündungsfördernde Hauptschalter kann durch fünftägige Einnahme von Pycnogenol um 15,8% vermindert werden (Grimm et al., 2006). Dadurch reduzieren sich auch die auftretenden Schmerzen bei der Regelblutung (Dysmenorrhoe). Auch die Regeneration des Endometriums, der Gebärmutterschleimhaut, wird beschleunigt. Die Behandlung sollte zumindest 7 Tage vor der Periode beginnen, bei einer langfristigen und dauerhaften Einnahme verringern sich die Schmerzen um 36%. Auch die Beschwerden einer Endometriose können durch Pycnogenol-Einnahme über sechs Monate deutlich reduziert werden.

Frauen nach dem Wechsel profitieren ebenfalls von Pycnogenol. Die typischen Wechselbeschwerden, wie Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Scheidentrockenheit, Angstzustände, Schlafstörungen, Haarausfall und die Hautalterung konnte durch Pycnogenol reduziert werden. Es traten auch weniger bräunliche Hautflecken auf.

Hilfe bei erektiler Dysfunktion des Mannes

Die Erektion des Mannes ist von vielen Faktoren abhängig. Besonders wichtig ist das Vorhandensein von ausreichend Stickstoff Monoxid (NO). Dieses NO ist bei vielen Männern ab dem 40. Lebensjahr mäßig bis deutlich erniedrigt. Pycnogenol bewirkt, dass die NO-Produktion angekurbelt wird und die Männer ausreichend Stickstoff-Monoxid zur Verfügung haben. Hierbei wird der positive Effekt auf die männliche Erektion durch L-Arginin verbessert. In einer bulgarischen Beobachtungsstudie konnte nachgewiesen werden, dass 92,5 % der teilnehmenden Männer wieder eine ausreichende Erektion durch die Einnahme von Pycnogenol hatten. Auch eine italienische Doppelblindstudie bestätigte diese Ergebnisse. Darüber hinaus zeigte diese Studie, dass sich auch die Qualität der Spermien durch die Einnahme von Pycnogenol verbessert, was wiederum einen positiven Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit hat. Alles in allem ist Pycnogenol zusammen mit L-Arginin (z.B. Prelox von Pharma Nord) ein hochpotentes und nebenwirkungsfreies Therapeutikum der erektilen Dysfunktion des Mannes. Gleichzeitig steigt die Fertilität deutlich an.

Pycnogenol hilft Asthmatikern und Allergikern

Dosisabhängig hemmt Pycnogenol die Histaminfreisetzung und hilft daher vorbeugend gegen eine Immunreaktion auf Pollen und andere Antigene. Nach vierwöchiger Einnahme von Pycnogenol konnten bei Asthmatiker 71% ihres Lungenvolumens (FEV1) ausatmen, im Vergleich zur Placebogruppe einer Studie mit 63% und einem Ausgangswert von 59% vor Studienbeginn. Auch die Symptome besserten sich, alle Patienten gaben eine verbesserte Atemfähigkeit an. Dieselben Ergebnisse wurden bei asthmatischen Kindern erzielt. Bereits nach vierwöchiger Einnahme zeigte sich eine Leichtigkeit der Atmung, diese verbesserte sich langsam weiter, so dass viele der Kinder am Ende praktisch symptomlos waren. Dadurch wurde auch der Einsatz von Notfall-Inhalatoren deutlich reduziert (Lau et al. 2004).

 

Pycnogenol-Einsatzgebiete:
  • Gelenkschmerzen
  • Osteoarthritis
  • Arthrose
  • Knorpelschäden
  • Meniskusschäden
  • Bandscheibenschäden
  • Sportverletzungen
  • Diabetes mellitus
  • Metabolisches Syndrom
  • Durchblutungsstörungen
  • Thrombosen
  • Thrombophlebitis
  • Jetlag
  • Tinnitus aurium, Ohrgeräusch
  • Hämorrhoiden
  • Herzerkrankungen
  • Kreislaufstörungen
  • Bluthochdruck
  • Diabetische Retinopathie
  • Wundheilungsstörungen
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Dysmenorrhoe (schmerzhafte Regelblutung)
  • Endometriose
  • Wechselbeschwerden
  • Menopause, Klimakterium
  • Allergien
  • Asthma bronchiale
  • Atemstörungen
  • COPD
  • Heuschnupfen
  • Gräser-Pollenallergie
  • Entzündungen
  • Lungenerkrankungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Hautprobleme
  • Venenerkrankungen
  • Leistungssport
  • Erektile Dysfunktion
  • Kinderwunsch, Fertilitätsstörungen
Karotinoide

 

Ein paar Fakten über Karotinoide

  • Das bekannteste Karotinoid ist das Beta-Karotin
  • Beta-Karotin ist fettlöslich und kann daher nur durch einen Zusatzstoff. Z.B. mithilfe von Öl, vom Körper aufgenommen werden
  • Karotinoide haben eine Provitamin-A-Funktion

 

Vorkommen

Karotinoide kommen in Tomaten, Karotten, Grünkohl, Aprikosen, Kürbis, Spinat, Kopfsalat, roten Grapefruits und Brokkoli vor. Gelbes, rotes und orangefarbenes Gemüse enthält viel Beta-Karotin.

 

Täglicher Bedarf

Der genaue Bedarf an Karotinoiden ist nicht geklärt.

Die DGE empfiehlt für Männer 6 mg und für Frauen 5 mg pro Tag.

Nach neueren Erkenntnissen sollten 10-20 mg zugeführt werden.

 

Versorgungssituation

Die tatsächliche Aufnahme in Deutschlad beträgt täglich nur 1,5-2mg Beta-Karotin und 5,3 mg Gesamtkarotinoide pro Tag.

 

Effekte der Karotinoide

Antikanzerogen:

Karotinoide haben in zahlreichen Studien schützende Eigenschaften  vor verschiedenen Krebserkrankungen gezeigt.

Antioxidativ:

Karotinoide wirken stark gegen freie Radikale und haben so einen positiven Einfluss bei oxidativem Stress.

Immunfördernd:

Beta-Karotin wirkt stärkend auf das Immunsystem.

Cholesterinsenkend:

Speziell Lykopin ist in der Lage, das unerwünschte LDL-Cholesterin um bis zu 14% zu reduzieren.

Herzschützend:

Karotinoide schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lykopin verhindert die Verkalkung der Herzarterien.

Hornhautschützend:

Karotinoide reduzieren das Risiko einer Netzhauterkrankung bzw. einer Hornhautdegeneration des Auges wie z.B. Glaukom oder Veränderungen des Auges bei Diabetes.

Haut- und Schleimhautschützend:

Karotinoide wirken einer Pigmentstörung bzw. einem Sonnenbrand der Haut entgegen.

Verdauungsfördernd:

Regt die Darmtätigkeit an.

Phytosterine

 

Ein paar Fakten über Phytosterine

  • Phytosterine sind Substanzen mit cholesterinähnlicher Struktur.
  • Nur etwa 5-10% der aufgenommenen Phytosterine werden im Körper wirksam.

 

Vorkommen

Phytosterine sind hauptsächlich in fettreichen Pflanzenteilen enthalten, vor allem in Pflanzensamen (Nüsse, Sojabohnen, Hülsenfrüchte)  und naturbelassenen Pflanzenölen.

 

Täglicher Bedarf

Der genaue Bedarf an Karotinoiden ist nicht geklärt.

Die DGE empfiehlt für Männer 6 mg und für Frauen 5 mg pro Tag.

Nach neueren Erkenntnissen sollten 10-20 mg zugeführt werden.

 

Versorgungssituation

Die tatsächliche Aufnahme in Deutschland beträgt täglich nur 1,5-2mg Beta-Karotin und 5,3 mg Gesamtkarotinoide pro Tag.

 

Effekte der Karotinoide

Antikanzerogen:

Karotinoide haben in zahlreichen Studien schützende Eigenschaften  vor verschiedenen Krebserkrankungen gezeigt.

Antioxidativ:

Karotinoide wirken stark gegen freie Radikale und haben so einen positiven Einfluss bei oxidativem Stress.

Immunfördernd:

Beta-Karotin wirkt stärkend auf das Immunsystem.

Cholesterinsenkend:

Speziell Lykopin ist in der Lage, das unerwünschte LDL-Cholesterin um bis zu 14% zu reduzieren.

Herzschützend:

Karotinoide schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lykopin verhindert die Verkalkung der Herzarterien.

Hornhautschützend:

Karotinoide reduzieren das Risiko einer Netzhauterkrankung bzw. einer Hornhautdegeneration des Auges wie z.B. Glaukom oder Veränderungen des Auges bei Diabetes.

Haut- und Schleimhautschützend:

Karotinoide wirken einer Pigmentstörung bzw. einem Sonnenbrand der Haut entgegen.

Verdauungsfördernd:

Regt die Darmtätigkeit an.

 

Saponine

 

Ein paar Fakten über Saponine

  • Saponine, die Bitterstoffe in Pflanzen, zeigen beim Kochen in Wasser eine typische Schaumbildung (lat. Sapo = Seife).
  • Wegen ihrer blutzerstörenden Teilwirkung wurden sie bis vor Kurzem ausschließlich als gesundheitsschädlich angesehen.
  • Heute weiß man, dass sie in einer geringen Menge, in der sie bei üblicher Kost in Nahrungsmitteln vorkommen, gesundheitsfördernd sind.

 

Vorkommen

Saponine sind in pflanzlichen Lebensmitteln weitverbreitet, besonders reichlich kommen sie in Hülsenfrüchten vor.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht geklärt.

 

Versorgungssituation

Die tägliche Aufnahme liegt bei ca. 10-15mg und ist bei Vegetariern und Veganern mit 110-240mg deutlich höher.

 

Effekte der Saponine

Antikanzerogen:

Karotinoide haben in zahlreichen Studien schützende Eigenschaften  vor verschiedenen Krebserkrankungen gezeigt.

Antioxidativ:

Saponine reduzieren das Darmkrebsrisiko.

Antibakteriell:

Saponine können gegen Mikroben aller Art wirken.

Immunfördernd:

Bei häufigen Infekten können Saponine helfen.

Cholesterinsenkend:

Saponine binden Cholesterin unlösbar im Darm (Saponin-Cholesterin-Komplex). Sie binden zudem primäre Gallensäuren, die die Cholesterinaufnahme fördern, und reduzieren so zusätzlich den Cholesterinspiegel.

Entzündungshemmend:

Saponine beugen Entzündungen vor.

 

Glukosinolate

 

Ein paar Fakten über Glukosinolate

  • Glukosinolate haben die beiden Hauptbestandteile Glukose (Zucker) und Schwefel gemeinsam.
  • Derzeit sind etwas 100 verschiedene Glukosinolate bekannt.

 

Vorkommen

Glukosinolate kommen vor allem im Gemüse der Kreuzblütlergruppe vor. Sie sind verantwortlich für den typischen Geschmack von Kohlgemüse wie Rosenkohl, Rotkohl, Kohlrabi oder Brokkoli und den Geschmack scharf schmeckender Pflanzen wie Kresse, Rettich und Knoblauch.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht definitiv geklärt.

Durch den täglichen Verzehr von zwei Portionen Kohlgemüse pro Tag soll sich das Risiko für bestimmte Tumorarten halbieren.

 

Versorgungssituation

Die geschätzte tägliche Gesamtzufuhr liegt bei einer durchschnittlichen Aufnahme von 32g Kohlgemüse bei 43mg pro Person

 

Effekte der Saponine

Antikanzerogen:

Indole haben antikanzerogene Effekte gegenüber Brustkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs. Zahlreiche tierexperimentelle Studien belegen auch eine antikanzerogene Wirkung gegenüber Karzinomen an Magen, Brust, Leber und Lunge.

Antimikrobiell:

Als natürliche Antibiotika gegen Bakterien und Pilze werden Senföle beim Menschen seit Langem verwendet. Senföle werden in der Leber aufgenommen und über Atem- und Harnwege ausgeschieden.

 

Phenolsäure

 

Ein paar Fakten über Phenolsäure

  • Phenolsäuren gehören zu den Polyphenolen, die chemisch auf der Struktur des Phenorings basieren.
  • Polyphenole zählen zu den am weitesten verbreiteten sekundären Inhaltsstoffen in Obst und Gemüse.

 

Vorkommen

Phenolsäuren sind reichlich enthalten in verschiedenen Kohlsorten, in Radieschen und Weizenprodukten. Aber auch Walnüsse, grüner und schwarzer Tee, Trauben, Rotwein und Weißwein sind reich an Phenolverbindungen.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht definitiv geklärt.

 

Versorgungssituation

In der Nationalen Verzehrstudie betrug die durchschnittliche Zufuhr an Phenolsäure 222mg pro Tag mit einer erheblichen Schwankungsbreite (8,7-989mg pro Tag). Die Hauptmenge wird dabei über die Kaffeesäure mit 205,5mg zugeführt.

 

Effekte der Phenolsäure

Antikanzerogen:

In Tierversuchen wurden krebshemmende Effekte gegenüber Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Hautkrebs und Lungenkrebs nachgewiesen.

Antioxidativ:

Die Phenolsäuren weisen bereits in geringen Konzentrationen eindrucksvolle antioxidative Effekte auf und wirken positiv bei jedem oxidativen Stress, z.B. beim Sport oder bei der Vorbeugung und Therapie vieler Erkrankungen.

Herzschützend:

Phenolsäuren verhindern die Oxidation von LDL. Oxidiertes LDL wird als Startgeber für Herzerkrankungen eingeschätzt.

Entzündungshemmend:

Sowohl in Olivenöl als auch in Wein konnten Tyrosol und Kaffeesäure nachgewiesen werden. Bei Untersuchungen zeigten beide Substanzen bereits in geringen Konzentrationen eine deutliche Hemmung von Entzündungsreaktionen.

 

Flavonoide

Ein paar Fakten über Flavonoide

  • Flavonoide gehören ebenfalls zu den Polyphenolen.
  • Als Pflanzenfarbstoffe sind Flavonoide weitverbreitet (lat. Flavus= gelb), sie sind aber auch für die rote, violette und blaue Farbe von Kirschen, Rotkohl und Trauben verantwortlich. Sie sorgen u.a. für die Schärfe der Chilis und den bitteren Geschmack von Pampelmusen.
  • Derzeit sind rund 5000 verschiedene Falvonoide bekannt.
  • Im Gegensatz zu den Phenolsäuren sind sie hitzestabil und entfalten ihre Wirkung erst nach dem Kochen, da sie durch diesen Prozess aus der Zellwand gelöst werden.

 

Vorkommen

Die wichtigsten Vorkommen je nach Verbindungsklassen sind:

Anthozyane kommen in blauen Trauben und Kirschen vor und haben rote und blaue Farbpigmente.

Flavanole kommen in Rotwein, schwarzem und grünen Tee vor und besitzen eine verengende Wirkung.

Flavanone kommen in Grapefruits und Orangen vor und enthalten Bitterstoffe.

Falvone kommen in Sellerie und Fruchtschalen vor und enthalten hellgelbe Farbpigmente.

Flavonole kommen in Zwiebeln und Endivien for und enthalten ebenfalls hellgelbe Farbpigmente.

Isoflavonoide kommen vor allem in Sojabohnen vor und wirken als Phytoöstrogen.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht definitiv geklärt.

 

Versorgungssituation

In der Nationalen Verzehrstudie in Deutschland betrug die durchschnittliche Zufuhr 54mg Flavonoide pro Tag (Schwankungen zwischen 7 bis 202mg).

 

Effekte der Flavonoide

Antikanzerogen:

Es gibt zahlreiche Hinweise auf antikanzerogene Wirkungen der Flavonoide beim Tier, aber auch einzelne Ergebnisse über eine derartige Wirkung beim Menschen.

Antioxidativ:

Die antioxidative Aktivität vieler Polyphenole wird teilweise höher eingeschätzt als die der Vitamine E und C.

Antithrombotisch:

Flavonoide hemmen die Thrombenbildung ebenso stark wie Aspirin in niedriger Dosierung (100-300mg).

Entzündungshemmend:

Quercetin hemmt u.a. das Wachstum von Entzündungszellen, weswegen Flavonoide zur Vorbeugung und Therapie von chronischen und wiederkehrenden Entzündungen eingesetzt werden.

Antimikrobiell:

Flavonoide im Zitrusöl wirken bereits in niedrigen Konzentrationen antimikrobiell.

Antiviral:

Bei Tanninen aus Fruchtextrakten von Beeren ist eine antivirale Wirkung nachgewiesen worden. Quercetin aus Äpfeln sowie Tangeretin und Nobiletin wirken ebenfalls antiviral.

Herzschützend:

Flavonoide reduzieren das Risiko einer Gefäßverkalkung und wirken cholesterinsenkend.

Terpene

Ein paar Fakten über Terpene

  • Bisher geht man von rund 4500 verschiedenen Terpenen aus, aber nur einige 100 verschiedene Monoterpene sind genauer bekannt.
  • Terpene haben verschiedenartige Wirkungen und eine besondere Bedeutung als pflanzliche Aromastoffe.

 

Vorkommen

Terpene sind in praktisch allen Pflanzen mit spezifischem Aroma enthalten: in ätherischen Ölen, Pfefferminze (Hauptbestandteil: Menthol), Kümmel (Hauptbestandteil: Carvon), Muskat, Anis, Pfeffer und Sellerie. Sie kommen auch in Zitrusfrüchten vor, in denen sie in Form von Limonoiden für den bitteren Geschmack der Zitrusfrüchte verantwortlich sind.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht definitiv geklärt.

 

Versorgungssituation

Üblicherweise wird eine tägliche Aufnahme an D-Limonen über die Ernährung auf 0,27mg pro kg Körpergewicht geschätzt. Es gibt aber auch Quellen, die von insgesamt 170mg unabhängig vom Körpergewicht ausgehen.

 

Effekte der Terpene

Antikanzerogen:

Den Terpenen wird insgesamt eine große Bedeutung bei der Krebsvorbeugung zugesprochen. In Tierversuchen hemmten Carvon und Limonen die Bildung von Krebs an Magen, Brust, Lunge und Haut.

Cholesterinsenkend:

Terpene hemmen die Synthese von Cholesterin und verringern so das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

und Therapie von chronischen und wiederkehrenden Entzündungen eingesetzt werden.

Antimikrobiell:

Terpene wirken bakterienabtötend.

Schleimlösend:

Die im Thymian enthaltenen Terpene wirken schleimlösend.

Phytoöstrogene

Ein paar Fakten über Phytoöstrogene

  • Bei den Phytoöstrogenen handelt es sich um Pflanzenstoffe, die ähnlich strukturiert sind und wirken wie das im menschlichen Körper gebildete Östrogen, wobei sie nur ca. 0,1% seiner Wirkung haben.
  • Diese Pflanzenstoffe können sowohl östrogen als auch antiöstrogen wirken.
  • Zu den wichtigsten Vertretern der Phytoöstrogene zählen Lignane und Isoflavonoide.

 

Vorkommen

Lignane sind in Pflanzen (besonders in Getreide) weit verbreitet, sie kommen reich in Vollkornprodukten, Leinsamen, Weizen, Gerste, Sesam aber auch in Walnüssen, Gemüse und Obst vor.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht definitiv geklärt.

 

Versorgungssituation

In den westlichen Ländern ist der Sojaverbrauch viel niedriger und liegt in den USA und Europa bei cca. 2-3 mg. Aus diesem Grund muss hier von einem latenten Mangel ausgegangen und eventuell eine Supplementierung erwogen werden.

 

Effekte der Phytoöstrogene

Antikanzerogen:

Asiatinnen erkranken fünfmal seltener an Brustkrebs als Amerikanerinnen oder Europäerinnen, asiatische Männer sterben seltener an Prostatakrebs.

Antioxidativ:

Phytoöstrogene schützen als Antioxidantien die Zellen gegenüber freien Radikalen.

Antibakteriell, antiviral, pilztötend:

Phytoöstrogene werden zur Behandlung und Vorbeugung von Infektionskrankheiten eingesetzt.

Sulfide

Ein paar Fakten über Sulfide

  • Sulfide sind flüchtige schwefelhaltige Substanzen.
  • Der typische Geruch und anhaltende Geschmack von Knoblauch kommt von den enthaltenen Sulfiden.
  • Alliin und Allicin sind die wichtigsten Vertreter der Sulfide und die wichtigsten Wirkstoffe aus dem Knoblauch.

 

Vorkommen

Sulfide finden sich vor allem in Knoblauch, aber auch in Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Schnittlauch, Lauch, Spargel und Schalotten.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht definitiv geklärt.

 

Versorgungssituation

Hierzu gibt es keine verlässlichen Informationen, allerdings ist die Versorgung in südeuropäischen Ländern besser.

 

Effekte der Phytoöstrogene

Antikanzerogen:

Studien beim Menschen zeigten Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von sulfidreichen Lebensmitteln, speziell von Zwiebeln, und einem selteneren Auftreten von Magenkrebs. Im Tierversuch wurden krebshemmende Wirkungen für verschiedene Organe wie Dickdarm, Speiseröhre, Magen, Lunge, Blase und Brust festgestellt.

Antimikrobiell:

Die antibakteriellen Eigenschaften von Knoblauch sind seit langer Zeit bekannt. Eine besonders ausgeprägte antimikrobielle Wirkung haben sie auf krankmachende Darmkeime.

Antioxidativ:

Allicin verhindert, dass LDL-Cholesterin zum Radikal wird und so zur Gefäßverkalkung beiträgt. Daher wird dem Knoblauch auch ein Schutz vor Arteriosklerose zugesprochen.

Antithrombotisch:

Die antithrombotische Wirkung ist bei Allicin und Ajoen aus Knoblauch am stärksten.

Cholesterinsenkend:

Alliin verringert durch die Hemmung von cholesterinaufbaueneden Enzymen die Cholesterinsynthese in der Leber.

Immunfördernd:

Sulfide stimulieren das Immunsystem.

Entzündungshemmend:

Überschießende Entzündungsreaktionen wie z.B. bei Rheuma, wo sich die Entzündung gegen den Körper richtet, können gegebenenfalls beeinflusst werden.

Blutdrucksenkend:

Durch die gefäßerweiternde Wirkung der Sulfide kann der Blutdruck gesenkt werden.

Verdauungsfördernd:

Sulfide vermehren die für di Verdauung erforderlichen Darmbakterien.

Protease-Inhibitoren

Ein paar Fakten über Protease-Inhibitoren

  • Protease-Inhibitoren werden zum Teil vom Körper selbst gebildet, um z.B. die Reaktionen bei Entzündungen zu steuern.
  • Proteasen, wie z.B. Trypsin und Chymotrypsin, sind eiweißspaltende Verdauungsenzyme und helfen beim Abbau von Eiweiß in Aminosäuren.

 

Vorkommen

Protease-Inhibitoren kommen reichlich in Pflanzensamen wie Hülsenfrüchten, insbesondere in Sojabohnen und Erbsen, Getreide, Kartoffeln und Erdnüssen vor.

 

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf ist noch nicht definitiv geklärt.

 

Versorgungssituation

Bei gemischter Kost stammen ca. 1/3 der Protease-Inhibitoren aus tierischen Nahrungsmitteln. Es werden täglich durchschnittlich etwa 295mg Trypsin-Inhibitoren pro Person aufgenommen. Bei Vegetariern und Veganern ist die Aufnahme von Protease-Inhibitoren deutlich höher als bei der übrigen Bevölkerung.

 

Effekte der Protease-Inhibitoren

Antikanzerogen:

Durch die antikanzerogene Wirkung von Protease-Inhibitoren wurden niedrigere Krebsraten für Brust, Dickdarm und Prostata beobachtet.

Antioxidativ:

Für bestimmte Protease-Inhibitoren konnten antioxidative Wirkungen nachgewiesen werden.

weitere sekundäre Pflanzenstoffe

Neben den bereits erwähnten sekundären Pflanzenstoffen gibt es zahlreiche weitere Arten:

Dies sind unter anderem:

 

  • Phytinsäure: Kommt konzentriert in Randschichten von Getreide vor, bilden Komplexe mit Eisen und Zink. Blutzuckerregulierend, antikanzerogen, antioxidativ, immunfördernd.
  • Tocotrienole: Kommen in Pflanzensamen vor und sind eng mit dem Vitamin E verwandt. Cholesterinsenkend.
  • Lektine: Kommen in Pflanzensamen vor. Blutzuckerregulierend, darmflorastabilisierend.
  • Capsaicin: Kommen in Chilis vor. Magenschleimhautschützend.
  • Reuterin: Kommen in Joghurt vor. Antimikrobiell.
  • Sedanolide: Kommen in Sellerie vor. Beruhigend.
  • Theanine: Kommen in Tee vor. Beruhigend.
  • Chlorophyll: Kommen in Blattfarbstoffen vor. Antikanzerogen.