Fettlösliche Vitamine

Eine Übersicht der fettlöslichen Vitamine finden Sie hier

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Vitamin E (Tocopherol)

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Die Bezeichnung Tocopherol weist auf die Bedeutung dieses Vitamins für den sich entwickelnden und wachsenden Organismus hin (griech. tocos=Geburt, griech. pherein=hervorbringen). Es gibt acht natürliche Vitamin-E-Verbindungen mit unterschiedlicher Wirkstärke. Das in der Natur vorkommende Tocopherol ist dabei die biologisch aktivste Form. Die vier Vitamin-E-Abkömmlinge, die sogenannten Tocotrienole mit ungesättigter Seitenkette, erreichen eine Wirksamkeit von ca. 30%. Die synthetischen oder halbsynthetischen Vitamin-E-Formen sind Mischungen der Abkömmlinge des a-Tocopherols. In dieser Mischung beträgt das natürliche a-Tocopherol 12,5%. Dadurch liegt die biologische Wirksamkeit bei nur 36% von der in der Natur vorkommendem Vitamin E. Am häufigsten findet sich in unserer Nahrung das RRR-α-Tocopherol.

Tocopherole sind hellgelbe, bei Raumtemperatur in Ölform vorliegende Substanzen und finden sich in verwertbarer Form ausschließlich in Pflanzen. Sie oxidieren an der Luft zwar nur langsam, die Oxidation wird jedoch durch Licht, Hitze, Alkalien sowie Kupfer- und Eisensalze beschleunigt.

Fakten zu Vitamin E
Die Aufnahme von Vitamin E erfolgt bei einer normalen Gallen- und Bauchspeicheldrüsenfunktion im Dünndarm. Der größte Teil wird anschließend über das Lymphsystem zur Leber transportiert, wo ein spezielles Protein mit hoher Spezifität das Vitamin E anreichert und weiterreicht. Im Blut besteht dann ein dynamisches Gleichgewicht durch den Austausch von Vitamin E zwischen den Blutzellen und den verschiedenen Cholesterinen. Der Gesamtgehalt an Vitamin E im menschlichen Körper beträgt etwa 5 g, wobei sich der Hauptteil in der Leber, in der Muskulatur, in den Nebennieren und im Fettgewebe befindet – einen speziellen Vitamin-E-Speicher gibt es nicht. Bei Vitamin-E-Entzug bleiben die Vitamin-E-Spiegel in der Muskulatur und in der Leber noch lange Zeit konstant. Vitamin-E-reiche Organe sind zudem die Nebennierenrinde, die Hypophyse, die Keimdrüsen und die Thrombozyten. Die Ausscheidung erfolgt in erster Linie über den Stuhl.

Neugeborene haben einen niedrigen Vitamin-E-Spiegel, der jedoch durch die Muttermilch nach wenigen Wochen ausgeglichen wird. Zeichen eines Vitamin-E-Mangels bei Frühgeborenen sind Blutarmut mit stark erniedrigtem Hämoglobin-Wert, weitere Veränderungen des Blutbildes und Neigung zur Thrombose. Ohne Behandlung führt ein Vitamin-E-Mangel zu Nervenstörungen wie Krämpfen, fehlenden Reflexen und neurologischen Ausfällen.

Vorkommen
Vitamin E kann nur von Pflanzen synthetisiert werden. Über die Nahrungskette enthalten jedoch auch tierische Produkte Tocopherole. Allgemein gilt, dass Obst, Gemüse, Getreide, Eier, Milch, Fleisch und Fisch relativ arm an Vitamin E sind (1,8–33mg pro kg). Diese Gehalte sind allerdings stark abhängig von der jeweiligen Jahreszeit. So ist das Fleisch von Kühen im Sommer, wenn sie Gras fressen, reich an Vitamin E, während es im Winter nahezu frei davon ist, da sie hier nur Stroh und Heu zu sich nehmen. Das Gleiche gilt daher auch für die Kuhmilch. Vitamin E findet sich in Weizenkeim-, Sonnenblumen- und Olivenöl, die einen 49–100%igen a-Tocopherolgehalt aufweisen. In Soja-, Maiskeim- und Palmöl über- wiegt hingegen das weniger wirksame g-Tocopherol. Beim Weizenkeimöl zeigt sich aber, dass es zwar den höchsten Gesamt-Tocopherolgehalt hat, der Anteil des 100%ig bioaktiven Tocopherols mit 49% jedoch relativ gering ist. Dies heißt, dass Weizenkeimöl viel Vitamin E enthält, doch nur die Hälfte davon aus den wirksamsten Abkömmlingen besteht. Das Olivenöl schneidet hier mit seinem Anteil bis zu 99%ig bioaktiven Tocopherols wesentlich besser ab. Aber nicht nur auf den Bestand des a-Tocopherols kommt es bei einem vorbeugend wirkenden Nahrungsmittel an, sondern auch auf die Anzahl der ungesättigten Bindungen. Diese sind stark oxidationsgefährdet und werden durch Vitamin E geschützt. Wenn also ein Öl zu wenig Vitamin E hat, um alle ungesättigten Bindungen zu schützen, kehrt sich die vorbeugende Wirkung um. Zudem sind Sonnenblumen- und Sojaöl wegen ihres immundämpfenden hohen Linolsäureanteils im Vergleich zu den anderen Ölen weniger empfehlenswert. Die Verluste an Vitamin E durch Lagerung und Kochen sind zum Teil enorm: Bei einer Untersuchung von 80 Frittierbädern aus Soja- und Sonnenblumenöl (2:1) zur Herstellung von Kartoffelchips wurde festgestellt, dass 33% des α-Tocopherols verloren gingen, nach 2 Wochen Lagerung bei Raumtemperatur noch einmal 48% und nach 8 Wochen Lagerung bei 20–35 °C unter Licht- und Luftzufuhr sogar 100%.

Versorgungssituation
In Deutschland werden zwar zu wenig Vitamin-E-haltige Nahrungsmittel verzehrt, dennoch ist ein Vitamin-E-Mangel bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung unwahrscheinlich, da bereits geringe Mengen Vitamin E vor einem Mangel schützen. Bei einer extrem einseitigen Ernährung wie z.B. zu hohem Fischkonsum oder Hypercholesterinämie-Diät droht ein Mangel. Auch können z.B. Säuglinge und Kleinkinder an einer Vitamin-E-Unterversorgung leiden, wenn sie über mehrere Monate mit selbst gefertigten Kuhmilchmischungen ernährt werden. Zudem gibt es verschiedene Bevölkerungsgruppen, die ein nicht messbares Defizit aufweisen, das wiederum langfristig schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Klinisch auffällige Vitamin-E-Mangelzustände findet man z.B. bei Störungen der Aufnahme im Dünn-darm. So können Bauchspeichel- und Leberentzündungen, Darmoperationen sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen zu Vitamin E-Defiziten führen. Auch durch verschiedene Gifte wie z.B. Nikotin, Umweltbelastungen und Chemotherapeutika kann der Bedarf an Vitamin E steigen.

Welche Folgen hat ein Vitamin E Mangel?

Mangelerscheinungen treten oft erst nach 1–2 Jahren auf. Symptome des Vitamin- E-Mangels sind:

  • Blutungsneigung
  • Ablagerung von Alterspigmenten
  • neurologische Störungen als Spätfolge nach 10–20 Jahren beim Erwachsenen, nach 18–24 Monaten bei Kindern
Vitamin E Einsatzgebiete:
  • Oxidation: Die Aufgabe der Vitamin-E-Moleküle besteht darin, fetthaltige Strukturen vor der Oxidation zu schützen:
  • Herzerkrankungen
  • Bewegungsapparat
  • Augen: Vitamin E plus Vitamin C führen zu einem verminderten Kataraktrisiko
  • Immunsystem
  • Wundheilung
  • Lebererkrankungen
  • Weitere Anwendungsgebiete: Vitamin E wird empfohlen bei Epilepsie, Chemo- und Strahlentherapie, Bindegewebsschwäche, Selenmangel.
Vitamin D

Nahrungsmittel die besonders viel Vitamin D enthalten.

Eine gute Versorgung mit Vitamin D ist für unsere Gesundheit von zentraler Bedeutung, doch ein großer Teil der deutschsprachigen Bevölkerung ist unterversorgt. Vitamin D hat jedoch einen sehr großen Einfluss auf unsere Gesundheit und beugt schwerwiegenden Erkrankungen vor. Das Sonnenvitamin kann sogar Leben retten.

Ein paar Fakten über Vitamin D

  • 82% der Männer und 91% der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D nicht.
  • In den Wintermonaten hat ein Viertel der deutschen Bevölkerung einen schwerwiegenden Vitamin-D-Mangel.
  • Sonnenschutzfaktor 8 reduziert die Vitamin-D-Produktion um 95% und Faktor 15 um 99%.
  • Das Sterberisiko im Alter steigt um 47% bei einem leichten und um 83% bei einem schweren Vitamin-D-Mangel an.
  • In Deutschland könnten jedes Jahr 20.000 Menschen durch eine gute Vitamin-D-Versorgung gerettet werden.

Vitamin D – Sorgenkind in Deutschland

Über kein anderes Vitamin wird so viel diskutiert, wie über das Sonnenvitamin. Spätestens seit der Nationalen Verzehrstudie von 2008 ist bekannt, dass 82% der Männer und 91% der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D nicht erreichen. Dabei ist der Anteil bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen (mehr als 86% der Männer und mehr als 96% der Frauen) und den Senioren mit 94% der Männer und 97% der Frauen am Höchsten. Diese Zahlen basieren auf den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die mit 20 µg oder 800 I.E. pro Tag sehr niedrig angesetzt sind. Moderne Wissenschaftler empfehlen eine tägliche Zufuhr von 4000 bis 8000 I.E. um den Blutspiegel von Vitamin-D-Stoffwechselprodukten auf einem Niveau zu halten, welcher Krankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes mellitus Typ 1, Brust- und Darmkrebs verhindern kann[1]. Die niedrigere DGE- Empfehlung richtet sich nach der Menge die, benötigt wird, um die bekannte Vitamin-D-Mangelkrankheit Rachitis oder Osteomalazie zu verhindern. Doch Vitamin D hat viele weitere Funktionen im Organismus.

[1] Cedric F. Garland, Christine B. French, Leo L. Baggerly und Robert P. Haney: »Vitamin-Ergänzungsdosen und Serumkonzentration von 25-Hydroxy-Vitamin D in der Größenordnung, die mit Krebsprävention in Zusammenhang gebracht wird«, Anticancer Research 2010

Versorgungsituation in Deutschland

In den Wintermonaten leiden mehr als 30% der Deutschen an einem schweren Vitamin D-Mangel und 80% der Deutschen haben über das ganze Jahr gesehen ein Defizit. Im Sommer haben 75% der Senioren einen leichten bis schweren Mangel. Dies liegt an verschiedenen Gründen. Zum einen liegt  Deutschland in der nördlichen Hemisphäre und die Stärke der UV-B Strahlung ist niedrig. Selbst in den sonnigen Monaten April bis September liegt der UV-B Index oft unter 3. Vitamin D kann aber erst ab einem Index von über 3 in der Haut gebildet werden. Nur von April bis September, bei sonnigem Wetter, zwischen 10.30 und 16.30 Uhr ist der Index hoch genug. Um ausreichend Vitamin D für die sonnenarmen Wintermonate zu bilden muss daher in den Sommermonaten täglich mittags für 15 bis 30 Minuten sonnengebadet werden, ohne Sonnenschutzmittel, da diese die Vitamin-D-Bildung massiv blockieren. Menschen mit sonnenempfindlicher Haut sollten Vitamin D ergänzen, denn als positiven Nebeneffekt scheint eine gute Vitamin-D-Versorgung einen Sonnenbrand zu verhindern.

Auch Menschen mit dunkler Hautfarbe, die in Deutschland leben, sind oft von einem Vitamin-D-Mangel betroffen, denn das Farbpigment Melanin, wirkt wie ein natürlicher Sonnenschutz und mindert die Vitamin-D-Produktion.

Wer ist mangelgefährdet?

Die junge Generation verbringt viel Zeit an Computern, Spielekonsolen und geht wenig in die Sonne. Menschen die sehr viele Stunden in geschlossenen Räumen verbringen, sowie alte Menschen die generell ungern in die Sonne gehen oder in Heimen auf das Herausbringen durch Angehörige und Pflegepersonal angewiesen sind. Auch Menschen mit hohem Körpergewicht haben einen erhöhten Vitamin-D-Bedarf, sowie Schwangere, Kinder, alle chronisch kranke Menschen, Menschen mit bedeckter Kleidung und Verschleierung, sowie stark pigmentierte Haut. Auch Medikamente, wie Cholesterinsenker, Entwässerungsmittel, Antidepressiva und Kortison, führen zu einem erheblichen Vitamin D-Mangel.

Vitamin D Funktionen

Vitamin D ist nicht nur wichtig für die Knochendichte und hilft gegen Osteoporose. Es hat viele weitere Funktionen im menschlichen Organismus: Es sorgt für eine gute Kalziumversorgung, stärkt das Immunsystem und verhindert Atemwegsinfekte, sowie Entzündungen im Unterleib. Es ist wichtig für eine gute Gelenk- und Muskelfunktion, dadurch beugt es Kopf-, Rücken-, Knie- und Hüft- sowie anderen Gelenkschmerzen vor. Im Alter verhindert es den Verlust der Muskelkraft. Vitamin D senkt den Blutdruck und ist wichtig für die Haut. Es verhindert Haarausfall, trockene Haut und Schleimhäute. Dies wiederum ist wichtig für die Funktion der Atemwegsorgane, der Verdauungsorgane, der Blase und Nieren, des Auges und der Geschlechtsorgane, sowie für die Fortpflanzung. Vitamin D wirkt vorbeugend gegen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Multiple Sklerose, Allergien, Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Hashimoto, Lupus erythematodes, Colitis ulcerosa, Morbus Chron, Myasthenia gravis, Psoriasis, Zöliakie) und bei Krebserkrankungen.

Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen sind die Folgen eines Vitamin D-Mangels sehr verschieden und zum Teil schwerwiegend. Oft lohnt es sich den Vitamin D-Spiegel zu prüfen und mit einem guten, bioverfügbaren Produkt anzuheben, um Medikamente zu reduzieren.

Vitamin D Einsatzgebiete:

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Multiple Sklerose
  • Unverträglichkeiten
  • Allergien
  • Zöliakie
  • Autoimmunerkrankungen
  • Morbus Hashimoto
  • Lupus erythematodes
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Chron
  • Myasthenia gravis
  • Hauterkrankungen
  • Akne
  • Psoriasis
  • Zöliakie
  • Krebserkrankungen
  • Gelenkschmerzen
  • Arthrose
  • Knieschmerzen
  • Hüftschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Wadenschmerzen
  • Wadenkrämpfe
  • Depressionen
  • Stimmungsschwankungen
  • Rezidivierende Infekte
  • Immunschwäche
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS-Syndrom)
  • Schlafstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • Haarausfall
  • Trockene Haut
  • Schlechtes Allgemeingefühl
  • Abwehrschwäche
  • Chronischer Schnupfen
  • Verstopfung
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Gefäßverkalkung (Atherosklerose)
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Osteoporose
  • Osteopenie
  • Rheuma
  • Demenz
  • Asthma
  • Herzrhythmusstörungen
  • Paradentose
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
  • Verdauungsstörungen
  • Fettleibigkeit (Adipositas)
  • Kalziummangel
  • Epilepsie
  • Harnwegsinfekte
Vitamin K

Fakten zu Vitamin K
Vitamin K3 ist synthetisch, giftig und seit 1989 verboten. In der Tiermast ist Vitamin K3 nach wie vor erlaubt.
99% der Deutschen können Ihre Vitamin K Versorgung über die Nahrung sicherstellen, sofern der Bedarf durch Krankheit nicht erhöht ist.

Vitamin K mangelt bei Darmstörungen
Im menschlichen Körper sind nur die fettlöslichen Vitamin K-Abkömmlinge Vitamin K1 und K2 wirksam. Vitamin K1 (Phyllochinon) findet sich vor allem in pflanzlichen Nahrungsmitteln. Vitamin K2 (Menachinon) wird von Mikroorganismen gebildet, beim Menschen geschieht dies im Darm. Jeder, der unter einer Fehlbesiedelung oder Mangelbesiedelung der wichtigen Darmflora (Dysbiose) leidet hat einen erhöhten Bedarf an Vitamin K2. Das gelegentlich vorkommende Vitamin K3 (Menadion) wird synthetisch hergestellt und ist im Gegensatz, zu den beiden physiologischen Vitamin-K-Abkömmlingen, wasserlöslich. Vitamin K3 ist für den Menschen giftig und seit 1989 in Deutschland sowohl in der Humanmedizin als auch in Lebensmitteln verboten. Allerdings kann es immer noch dem Tierfutter legal zugemischt werden. 

In unseren Breiten sind ernährungsbedingte Vitamin-K-Mangelzustände nur bei Darmproblemen zu erwarten. Zusätzlich besteht ein erhöhter Bedarf an Vitamin K bei Menschen mit Osteoprose und Gefäßverkalkung. Vitamin K sollte immer zusammen mit etwas Fett – mit der Nahrungsaufnahme – konsumiert werden, damit es vom Körper besser aufgenommen werden kann.

Der Einsatz von kaskadenfermentierten Vitalstoffextrakten auf Milchsäure Basis (Rechtsregulat) verbessert die Vitamin-K2-Aufnahme deutlich, wenn es an natürlichen Darmbakterien mangelt oder chronische Magen- und Darmerkrankungen vorliegen.

Kombinationspräparate von Vitamin D3 mit K2
Viele Hersteller bieten und propagieren die Kombination von Vitamin D3 mit Vitamin K2 in einem Produkt an. Allerdings ist die Herstellung einer Kombination sehr schwierig, denn K2 ist sehr hitzeinstabil und geht oft beim Herstellungsprozess verloren. Empfehlenswert ist es, beim Hersteller einen schriftlichen Nachweis zu verlangen, dass nach der Herstellung immer noch beide Vitamine vorhanden sind. Denn Nahrungsergänzungsmittel unterliegen dem deutschen Lebensmittelrecht und der Hersteller muss nur nachweisen, dass das Produkt als Lebensmittel unbedenklich ist, nicht jedoch, dass die auf der Packung angegebene Menge an Vitalstoffen nach der Herstellung noch vorhanden ist. Sonst zahlt der Kunde mehr ohne einen Vorteil zu bekommen und wäre mit Einzelprodukten besser beraten.

Vitamin K ist an der Bildung von Blutgerinnungsfaktoren beteiligt
Ein Mangel an Vitamin K reduziert die Fähigkeit des Körpers zur Blutgerinnung, mit der Folge, dass kleine Verletzungen zu erheblichen Blutungen führen können. Außerdem ist Vitamin K ein Notfallmedikament welches eingesetzt wird, wenn blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Phenprocoumon, Cumarin) überdosiert wurden. Im Gegensatz zu Marcumar kann Vitamin K nicht überdosiert werden, denn der Organismus verwertet nur so viel Vitamin K wie er benötigt.

Vitamin K beugt der Gefäßverkalkung vor
Menschen mit der Neigung zur Gefäßverkalkung lagern vermehrt Kalzium in den Gefäßwänden, zusammen mit dem oxidierten „schlechten“ LDL-Cholesterin ein. Vitamin K kann überschüssiges Kalzium beseitigen und die Gefäßwände so vor einer Verkalkung schützen. Vor allem Vitamin K2 scheint die Atherosklerose positiv zu beeinflussen und die Einlagerung von Kalzium zu verhindern. Nach neueren Untersuchungen ist Vitamin K2 sogar in der Lage bestehende Ablagerungen in den Gefäßen wieder schonend abzubauen. Kombiniert man das Vitamin K dabei mit einer Vitamin D3-Einnahme, ist die Schutzfunktion vor gefährlichen Arterienablagerungen (Plaques) am höchsten. Beide Substanzen sind daher zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall geeignet.

Vitamin K verhindert Osteoporose
Vitamin K1 ist wesentlich an der Mineralisation der Knochen beteiligt. Menschen mit Neigung zur Osteoporose sind daher auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin K1 angewiesen. Interessanterweise konnte in etlichen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass die Gefahr eines Knochenbruches erst durch genügend Vitamin K1 reduziert werden kann. Die alleinige Vitamin-D-Gabe reicht nicht aus, um das Knochenbruchrisiko bei Osteoporose zu reduzieren. Hohe Vitamin-D Gaben bei Osteoporose sind nicht wirksam und sollten mit der Einnahme von Vitamin K kombiniert werden. Auch Vitamin K2 beugt der Entstehung einer Osteoporose vor. Die Gabe von Vitamin K2 und anderen Vitalstoffen führt oft zu einer Verbesserung der Knochendichte und somit zu einer Reduzierung des Knochenbruchrisikos bei bestehender Osteoporose.

Vitamin K unterstützt das Immunsystem
Vitamin K stärkt unser Immunsystem und schützt uns so vor Krankheiten. Auch scheint Vitamin K unseren Körper vor Krebserkrankungen zu schützen. Die bisherigen Daten sind zwar noch nicht endgültig beweisend, aber weisen eindeutig auf eine Schutzfunktion des Vitamin K vor Krebs hin. Nach neueren Untersuchungen schützt Vitamin K zumindest vor Leukämie und Leberkrebs bei entsprechend gefährdeten Menschen.

Vitamin K Einsatzgebiete:

  • Überdosierung mit Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Knochenschwund (Osteoporose)
  • Gefäßverkalkung (Atherosklerose)
  • Immunmangelsyndrom
  • Krebsprävention (Leukämie, Leberkrebs)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Dauerhafte Einnahme von Hormontabletten auf Kortison Basis
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • Multiple Sklerose
  • Chronische Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Reizdarmsyndrom
  • Gestörte Darmflora (Dysbiose Darm)
  • Leberfunktionsstörungen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Chronische Magenentzündung (Gastritis)
  • Dauerhafte Einnahme von Magensäure blockierenden Medikamenten (Protonenpumpenhemmer)
Vitamin A

Nahrungsmittel die besonders viel Vitamin A enthalten.

 

Vorkommen:
Vitamin A kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, in der Pflanzenwelt gibt es die Karotinoide, die von höheren Pflanzen und Mikroorganismen gebildet werden. Für den Menschen haben Karotinoide die Funktion von Provitaminen, also von Vitamin-A-Vorstufen, und werden nach dem Verzehr vor allem in den Zellen des Darms mittels Enzymen in Vitamin A umgewandelt. Natürliche Vitamin-A Quellen für den Menschen sind dementsprechend tierische Produkte. Den höchsten Gehalt haben Leber, Butter und Eigelb. Milch, Käse, Sahne und einige Seefische, wie z.B. Heilbutt und Makrele, sind ebenfalls gute Vitamin-A-Lieferanten. In manchen tierischen Produkten ist der Vitamin-A-Gehalt teilweise sohoch, dass es bei einseitigem Verzehr zu Vergiftungserscheinungen kommen kann. So verfügen fischfressende Säugetiere wie der Eisbär über so hohe Vitamin-A-Speicher in der Leber, dass bei Inuits, die die Eisbärenleber in rohem Zustand verzehrten, unerwünschte Wirkungen aufgetreten sind. Veganer können sich durch eine karotinreiche Nahrung mit Vitamin A versorgen. Säuglinge decken ihren Bedarf direkt über die Muttermilch ab. Ca. 20% des aufgenommenen Vitamin A wird nicht im Körper gespeichert und inner-halb von 1 bis 2 Tagen über den Stuhl ausgeschieden. Bei gesunden Erwachsenen beträgt die durchschnittliche Konzentration des Vitamin A in der Leber 100 300μg pro g Leber, bei Kindern 20–100μg pro g Leber. Vitamin E verhindert den oxidativen Abbau von Vitamin A im Magen-Darm-Trakt und steigert dadurch dessen Speicherung im Gewebe und in der Leber.

Besonderheiten:
Aufgrund seiner Struktur ist Vitamin A sehr empfindlich gegenüber Sauerstoff, Licht und Wärme. Die Zugabe von Vitamin E schützt das Vitamin A vor Oxidation und damit Fettlösliche Vitamine vor der Zerstörung. Vitamin A ist auch sehr empfindlich gegenüber Säuren, aber gleichzeitig sehr stabil gegenüber Basen. Retinol ist ein fettlösliches Vitamin, in Wasser ist es unlöslich.

Versorgungssituation:
Unter den Vitaminmangelzuständen rangiert der Vitamin-A-Mangel weltweit an erster Stelle. Besonders in den Ländern der Dritten Welt ist er weitverbreitet, wobei schätzungsweise über 124 Mio. Kinder betroffen sind. Nach dem Ernährungsbericht der DGE von 2008 liegt in den Industrienationen dagegen eine Unterversorgung bei nur 0,1% der Bevölkerung vor.
Bisher gibt es einschlägige Untersuchungen über den Vitamin-A-Bedarf nur für Erwachsene. Aus diesen lässt sich ableiten, dass der Bedarf für männliche Erwachsene mit 1mg Vitamin A pro Tag gedeckt wird (DGE 1991), der Mindestbedarf wird bei 0,6mg pro Tag angesetzt. Alle anderen Angaben für Kinder, Jugendliche und Frauen sind geschätzt, d.h. diesen Angaben liegen keine experimentellen Untersuchungen zugrunde.

DGE-Empfehlungen für den täglichen Bedarf an Vitamin A
Erwachsene 1,0mg
Schwangere 1,1mg
Stillende 1,5mg
Kinder 0,6–0,8mg
Man nimmt an, dass der Bedarf bei Frauen niedriger ist, jedoch unter physiologischen Sonderbedingungen wie Schwangerschaft und Stillzeit ein Mehrbedarf besteht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Vitamin A als fettlösliches Substrat in die Muttermilch übergeht und so während der Stillphase ca. 0,4–0,5mg Retinoläquivalente über die Milch abgegeben werden. Da es bei längeren Stillphasen zu einem Absinken des Vitamin-A-Spiegels im Blutplasma kommt, empfiehlt die DGE für diesen Zeitraum eine relativ hohe Zufuhr von 1,5mg.

Symptome eines Vitamin A Mangels
Ein Vitamin-A-Mangel kann bereits vorliegen, bevor typische klinische Symptome auftreten oder er im Labor bestimmt werden kann. Symptome des Vitamin-A-Mangels sind:

• Müdigkeit und Appetitverlust,
• erhöhte Gefahr von Nierensteinbildung,
• herabgesetzte Geruchsempfindlichkeit,
• Augen: Trockenheit, Jucken, Rötung, gestörtes Sehen in der Nacht bis Nachtblindheit, Bitot-Flecken, Bindehautverkalkung, Verhornung der Augenhornhaut, Hornhautrisse, Hornhautvernarbung, Erblindung,
• hypochrome Anämie, d.h. vermindertes Hämoglobin im Blut,
• Haut und Schleimhäute: Trockenheit, Juckreiz, raue Stellen, Ausschlag wie z.B. Akne, Eintrocknung bis Verhornung der Schleimhäute, Gewebsschwund von Speicheldrüsen und Kehlkopf, Entzündungen des Zahnfleisches, Aphtenbildung im Mund, Bronchitis und Lungenentzündungen, Gewebsschwund im Darmtrakt mit Resorptionsstörungen weiterer Vitalstoffe und wichtiger Nahrungsbestandteile, trockene, spröde Haare und Nägel, erhöhtes Tumorrisiko z.B. an der Lunge, Blase, Gebärmutterschleimhaut, Prostata, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen- und Darm,
• Störung der Spermienbildung,
• Knochen und Zähne: Zahnbildungsstörung, Wachstumsstörung der Röhrenknochen,
• erhöhte Verletzlichkeit der Ohren,
• Fehlbildungen, v. a. im Bereich des Hörorgans, im Magen-Darm-Trakt und im Harn- und Genitaltrakt,
• Nervensystem: Erhöhung des Hirndrucks, Hydrozephalus (Wasserkopf) bei Neugeborenen.

Anwendungsgebiete
Eine einheitliche Wirkungsweise kann dem Vitamin A nicht zugeordnet werden. Die verschiedenen, im Organismus vorkommenden Abkömmlinge zeigen unterschiedliche funktionelle Wirkungen:
• Anti-Krebs-Wirkung: Vitamin A greift regulierend in die Start- und Wachstumsvorgänge von Tumoren ein.
• Gefäßverkalkung: Beta-Karotin verringert als Radikalenfänger die Oxidation und damit die Bildung des – eigentlich zur Gefäßverkalkung führende – LDL-Cholesterin.
• Augen: Retinol und Retinal wirken positiv bei Nachtblindheit, Bindehautentzündung und grauem Star.
• Haut und Haare: Eine optimale Vitamin-A-Versorgung schützt vor trockener Haut, Schuppenflechte, Hautausschlag, trockenen und brüchigen Haaren und Schuppenbildung. Retinol und Retinsäure wirken besonders auf das Wachstum und die Entwicklung von Hautgewebe.
• Kinderkrankheiten: Vitamin A lindert die Beschwerden einer Maserninfektion.
• Harnwege: Durch Vitamin A können die Beschwerden bei einer Blasenentzündung reduziert werden.
• Knochen: Retinol und Retinsäure wirken besonders auf das Wachstum und die Entwicklung von Knochengewebe und fördern die Heilung von Knochenbrüchen.
• Atemwege: Vitamin A lindert die Beschwerden bei einer Infektion der oberen Atemwege, einer Entzündung der Bronchien und der Lunge.
• Reproduktion: Bei der Spermienbildung, Eizellen-, Plazenta- und Embryonalentwicklung ist nur Retinol wirksam und kann nicht durch Retinsäure ersetzt werden.