Nahrungsergänzungen generell

Worauf sollte beim Kauf von Nahrungsergänzungen (NEM) geachtet werden?

In Deutschland gibt es ein sehr großes Angebot an Nahrungsergänzungsmittel-Herstellern. Man bekommt sie in der Drogerie, im Supermarkt, Apotheke, Reformhaus und Internet. Für den Verbraucher ist es sehr schwierig die Qualität der einzelnen Produkte zu unterscheiden. Das Problem ist, dass NEM keine Medikamente sind, sondern als Lebensmittel eingestuft werden. Daher muss der jeweilige Hersteller nicht die Wirksamkeit seines Produktes nachweisen, sondern nur garantieren, dass sein Produkt nach dem deutschen Lebensmittelrecht unbedenklich für den Verzehr ist. Die Zulassung geschieht nur durch eine schriftliche Anmeldung. Die Behörden überprüfen lediglich, bei Bedarf, die Anmeldung gemäß den Deklarierungsvorschriften und nicht etwa den Inhalt eines Produktes. Daher kann auf der Schachtel eines Nahrungsergänzungsmittels in Deutschland z.B. 500 mg Vitamin C pro Tablette angegeben, aber nur noch 250 mg Vitamin C nach der Herstellung in jeder Tablette enthalten sein. Außerdem sagt die Angabe nichts über die Bioverfügbarkeit[1] eines Produktes aus.

Idealerweise sollte ein Produzent von Nahrungsergänzungsmitteln dieselben Qualitätsstandards anwenden wie Produzenten von pharmazeutischen Produkten. Zu diesem Zweck ist es notwendig die Rohmaterialien, Zwischenprodukte und Endprodukte ständig zu kontrollieren. Nur so wird gewährleistet, dass ein Wirkstoff immer in der richtigen Menge im Produkt vorhanden ist. Auch ist es von Vorteil, wenn der Hersteller alle Produktions- und Veredelungsschritte selbst durchführt. Leider ist es in Deutschland ausreichend, nur den letzten Veredelungsschnitt im Land durchzuführen (zum Beispiel die Blister in die Verkaufsbox zu packen) um das Produkt mit dem Attribut „Hergestellt in Deutschland“ zu versehen. Alle anderen Schritte können auch im Ausland (zumeist Südostasien) durchgeführt werden.

Zusätzlich sollten zu den einzelnen Produkten aufwendige, gute und unabhängige wissenschaftliche Dokumentationen hinsichtlich der Bioverfügbarkeit, Wirksamkeit und Sicherheit des Produktes existieren.

Im Journal für die Apotheke (3/2017) unter der Rubrik Pharma Dialog werden diese Punkte bestätigt. Die Autorin Heike Lück-Knobloch (Medizinjournalistin) kommt zu dem Schluss, dass es in Deutschland nur wenige NEM Produzenten gibt (z.B. Pharma Nord) die diese hohen, aber notwendigen Qualitätsstandards erfüllen.

Im Artikel ist zu erfahren, dass Pharma Nord bisher mehr als 300 wissenschaftliche Studien mit seinen Produkten vorweisen kann. Die wohl bedeutendste Studie zum Thema Nahrungsergänzungsprodukte stammt ebenfalls von Pharma Nord. Es ist dies die Q-Symbio-Studie, eine randomisierte Placebo-kontrollierte prospektive Multicenter Studie, an der 420 Patienten mit Herzschwäche teilnahmen.

Zusammengefasst ist es für den Laien nicht einfach sich in dem riesigen Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln zurecht zu finden. Die hier aufgeführten Hinweise sollen helfen das richtige Produkt zu finden. Hersteller von hochwertigen Produkten haben in der Regel keine Probleme entsprechende Nachfragen seitens der Kunden ausreichend zu beantworten und können Studien zur Verfügung stellen.

 

[1] Bioverfügbarkeit bezeichnet den prozentualen Anteil eines Wirkstoffs, der unverändert im systemischen Kreislauf des Menschen zur Verfügung steht. Sie ist eine Messgröße dafür, wie schnell und in welchem Umfang ein Wirkstoff vom Körper aufgenommen wird und am Zielort zur Verfügung steht.